27. November 2011

Happy Birthday to me

Ja, doch... Schnee, strahlender Sonnenschein und freie Pisten zu meinem Geburtstag, daran könnte ich mich gewöhnen!

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Dabei hatte ich schon die leise Befürchtung, dass mein lange gehegter Wunsch nicht in Erfüllung gehen würde. Ursprünglich hatten wir das Skiopening-Wochenende in Obertauern gebucht. Nur leider hatte sich der Schnee, der dort bereits Mitte Oktober großflächig die Berge bedeckt hatte, inzwischen wieder verflüchtigt. So habe ich ein, zwei bange Wochen täglich kritisch die Webcam beäugt, bis unser Reiseveranstalter endlich grünes Licht für das "Ausweichziel" Hintertuxer Gletscher gegeben hat.

Üblicherweise fahren der weltbeste Inox und ich ja mit dem Auto ins jeweilige Skigebiet, weshalb diese Fahrt die erste Busreise seit dem Ende meiner Schulzeit war.
Und was soll ich sagen?
Es war genauso, wie ich unsere Klassenfahrten in Erinnerung hatte:
Vorne die Party-People, die jeden noch so schlechten Schlager lauthals mitgröhlen können, hinten (und somit vermeintlich vor dem Blick des Busfahrers verborgen) die Trinkfreudigen, die mal eben während der 10-stündigen Fahrt den kompletten Getränkevorrat für das gesamte Wochenende vernichten und bei Ankunft beschwingt aus dem Bus purzeln.
Spätestens alle zwei Stunden eine Raucherpause für die Süchtigen, mindestens ein Spuckfix für das allgemeine Busaroma, welches schon nach einer Stunde Fahrt die Note "Pumakäfig" angenommen hatte und ein bis zwei Spaßbremsen, die alles und jeden irgendwie doof finden.

Ich hatte mir am Anfang der vergangenen Woche noch eine nette kleine Blasenentzündung zugezogen, sodass ich dieses Wochenende aufgrund von Antibiotikaeinnahme und mangels Schlagerkenntnissen den unbeteiligten Zuschauer mimen durfte.
Lediglich der Geburtstagssekt war von meinem Hausarzt abgesegnet.*Stößchen*
Diese Busfahrten als solche wären auf jeden Fall eine perfekte Feldstudie für den begeisterten Hobbypsychologen. Ich für meinen Teil hatte schon hierbei riesigen Spaß.

Unseren Wirtsleuten verging der Spaß allerdings in dem Augenblick, als aus unserem Bus nicht, wie aufgrund diverser Mißverständnisse erwartet, ein straff geführtes Ski Kader kletterte, sondern hauptsächlich ein Rudel lautstarker Trinksportler.
Prima! Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s völlig ungeniert.

Genauso ungeniert wie die 4****-Chefin und ihr Personal, welche auch in Gegenwart ihrer Gäste über eben diese ablästerten und sich nicht zu schade waren in nächster Hörweite mit der Zigarette im Mund an der Bar, direkt neben der offenen Tür zum Speisesaal, darüber zu seufzen, wie froh man über unsere bevorstehende Abreise sei, während man aber just fröhlich pfeifend für meine zwei 0,5-Almdudler-Ersatzstoff 8,60 kassierte oder 27,60 für 6 kleine Willis.
Da sollte so ein trinkfreudiger Verein doch eigentlich sehr willkommen sein.

Auf der Alm aber gibt´s koa Sünd´ und deshalb haben wir den lieben langen Tag auf des Gletschers Spitze gierig Sonne, Höhenluft und Pistenglück in uns aufgesogen.


Wenn mich nicht alles täuscht, hatten wir am ersten Skitag ganze 48 Pistenkilometer fast für uns allein zur Verfügung (siehe Video).
Man muss allerdings dazu sagen, dass das Fahren auf den Gletscher schon recht anspruchsvoll für kronplatzverwöhnte Flachlandtiroler wie uns ist, weil man direkt nach Ausstieg aus der Gipfelbahn auf einer dunkelroten Piste Nr. 5 startet und wir uns anfangs immer und ständig verfahren haben. Irgendwie hießen anscheinend alle Pisten entweder 5, 11, 12 oder 3, führten aber an unterschiedlichen Routen entlang.

Auch das Schleppliftfahren musste nach jahrelanger Abstinenz erst wieder erlernt werden und gerade hierbei war ich immer wieder schwer über das Wetter beglückt, denn bei bedecktem Himmel oder gar Wind ist es in solchen Liften doch gar sehr kalt.
Aber wie heißt es immer so schön: Wenn Engel reisen?

Am zweiten Tag hatten wir zum Glück eine sehr bestimmende Pfadpfinderin, die sich auch ohne Pistenplan prächtig auf dem Berg orientieren konnte und der wir dann also völlig entspannt hinterher fahren durften, so dass keine wertvolle Zeit mit planloser Pistensuche vergeudet werden musste und mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben übrig blieb:
An der Hütte sitzen, ein bis fünf Getränke zu sich nehmen und eine irrwitzig große Portion Kaiserschmarrn verputzen.



Das nächste ausgiebige Abendessen ließ schließlich noch bis zum späten Abend auf sich warten. Bis dahin hätte man auch schon mal verhungern können.
Oder verdursten.
Denn nach dem Skitag ging es am späten Nachmittag immer noch quer durch den hoteleigenen Irrgarten in die hervorragende Sauna zur Tiefenentspannung.

Und hatten wir danach endlich einmal das opulente 5-Gänge-Menü (Natürlich nur in der von Wirtin vorgeschriebenen Reihenfolge.Keinesfalls war der Salat vom Buffet vor dem ersten Vorgang zu verspeisen, auch wenn es schon mal bis viertel vor acht bis zum ersten Teller dauerte.)hinter uns gebracht, wollte ich eigentlich nur noch, wie immer, entspannte Augenpflege betreiben.

Fazit:
Eine Busfahrt in den Schnee mit diesem Veranstalter habe ich ganz bestimmt nicht zum letzten Mal gemacht. Die vier Reiseleiter haben sich wirklich um alles und jeden gekümmert und hatten auch (oder vor allem) die schwierigen Situationen im Griff.
Und wer weiß... vielleicht werde ich ja irgendwann auch noch mal textsicher.

Kommentare:

Svenja-and-the-City hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe Perle. Ihr beide seht so fröhlich und glücklich aus, wie man es sich nur wünschen kann.
Liebe Grüße aus Kiel wo es 11° lau und stürmisch ist.
Svenja

SusiP hat gesagt…

Happy Birthday!

Klingt nach einem tollen, lustigen Wochenende mit voll allem ein bisschen.

Bellatrix hat gesagt…

Glückwunsch nachträglich ;)