25. November 2010

Perles fixe Versuchs(wasch-)küche - Wolle einfach waschen

Boah, was habe ich mich jahrelang mit Wollsachen im Handwaschbecken gequält, die danach dann doch irgendwie immer reif für den Altkleidersack waren, weil sie entweder verfilzt sind, bretthart wurden oder irgendwie die Form verloren haben.

Nun hatte ich mir ja im Sommer die weiße Drops-Jacke gestrickt, sie aber nie angezogen, weil sie eben weiß war. Um sie im täglichen Gebrauch tragen zu können, musste ich sie irgendwie in eine unempfindliche Farbe einfärben (Stichwort: Schmuddelkind) und das wollte ich unter gar keinen Umständen mit brauner Textilfarbe in meiner weißen Küche.

Kurz entschlossen und unter dem Motto "in weiß trägst Du die nie im Leben" habe ich also genau diese Wolljacke mit brauner Textilfarbe von Simplicol in die Maschine gedröhnt.



Die Waschanleitung von Drops hat zwar ganz dringend zu Handwäsche geraten, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt - schon gar nicht an Erfahrung.

Dazu habe ich also im Wollwaschgang


die doppelte Menge (durch zurückdrehen des Programmablaufschalters) Wasser einlaufen und die Wolle erst einmal eine halbe Stunde einweichen lassen.
Dann erst habe ich die Farbe über den Waschmittelschacht einfließen lassen und die Maschine in der Aufheizphase gehalten,

damit meine Wunschtemperatur von 70°C auch tatsächlich erreicht werden konnte, was sie ohne Zutun meinerseits im Wollwaschgang verweigert hätte.
Nachdem die Wunschtemperatur erreicht worden ist ( die Scheibe der Maschine war so heiß, dass es mehr als unangenehm war, sie anzufassen), habe ich die Maschine ausgeschaltet und die Farbe einwirken lassen, während sich das Wasser abgekühlt hat.

Nach ca. 2 Stunden habe ich das Wasser dann durch Drehung des Programmschalters auf "Spülen" ablaufen lassen und neues Wasser mit ca. 300ml Essigessenz zulaufen und eine weitere halbe Stunde im "Spülstop" wirken lassen.



Das Fixierwasser habe ich ganz normal abpumpen lassen.

Nun war die Jacke allerdings noch bis in die letzte Faser voll mit Flüssigkeit, die ich natürlich nicht von Hand auswringen wollte, sonst hätte ich ja gleich mit der Hand waschen können.
Also habe ich den Programmwahlschalter zurück auf "kurze Koch- und Buntwäsche" gestellt,



den Programmablauf auf "volle Kanne Schleudern" bei 1200 U/min



und mit Augen zu und zitternden Knien die Starttaste gedrückt.

Man, was hatte ich für eine Angst, dass das Projekt mal so richtig in die Hose geht. Aaaaber...

Alles gut!

Die Jacke habe ich fast trocken, kein bißchen verfilzt und schön (O.K., die Farbe ist Geschmackssache, aber mir gefällt sie) gefärbt aus der Maschine gezogen, zum Trocknen über Nacht über eine Rattanstuhllehne gehängt und am nächsten Morgen so angezogen, als sei nie etwas passiert.



Super! Das hat ja mal richtig funktioniert.

Und weil das so war, habe ich meinen Lieblings-jeden-Tag-an-Strickmantel gleich hinterher geschmissen. Allerdings ohne das Aufheizdrama, denn der sollte ja nur sauber und nicht gefärbt werden.
Super. Sauber.

Kommentare:

mimy hat gesagt…

Respekt !!
Und die Farbe ist doch topp, ich habe auch so eine ;)

Irina hat gesagt…

Puuh, da gehört echt Mut zu :)

Bea hat gesagt…

Sieht doch Super aus!
Und Herzlichen Glückwunsch!
Beapriz

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Echt, mit volle Kanne Schleudern?

Die Jacke ist echt schick!

Mutze wünscht sich übrigens ein Strickkleid -- von mir gestrickt.

Hast Du irgendwelche Ideen?

Tipps?

Tricks?

Mitgefühl?

So long,
Corinna

Perle hat gesagt…

Hach, Danke schön. Mir gefällt sie so auch viiiiel besser. Das Waschen auch.

@Corinna:
Schau doch mal bei Drops (garnstudio.com). Da findest Du bestimmt ein passendes Kleid für das Mutze-Kind. Für das schnellere Strickergebnis kannst du da auch nach Maschenproben suchen. ;-)

Florian hat gesagt…

Das mit den Färben, mein Respekt.
Aber die Knopfrumdreherrei dabei puhh was n'Streß!
Normalwaschen würd ich auch Stricksachen einfach auf dem Wollwaschgang. Zum Glück hab ich keine ;-)

Dem Mutigen gehört die Welt ;-)

VG
Florian