14. November 2010

Eigner Herd ist Goldes wert

Ich fürchte, mir gehen für das Essen, welches wir am Freitagabend genießen durften, die Superlativen aus.
Aber fangen wir vorne an...

Wir treffen uns gerne, mehr oder weniger regelmäßig, mit Freunden zum gemeinsamen Kochen, Essen und Klönen. Freitagabend war es dann mal wieder soweit.

Als Aperitif kredenzte man uns einen ausgezeichneten Crémant, der viel zu gut dafür war, um ihn mit Cassis zu pantschen, obwohl die Mischung ebenfalls ausgesprochen köstlich schmeckte.
Dazu wurden, vom Gastgeber bereits vor Wochen in Olivenöl, Knoblauch, Rosmarin, Thymian und selbstgeernteten Chilischoten eingelegte, grüne Oliven und Pistazien gereicht.

War ich bis hierhin schon begeistert ob der Köstlichkeiten, hat mich die Vorspeise in Form von Risotto allerdings schier umgehauen.
Ein Gedicht aus in gutem Olivenöl angedünsteten Schalotten, in denen der Reis kurz angeschwitzt und mit einem sehr guten Weißwein (dessen Herkunft mir jetzt absolut nicht einfallen will, aber vielleicht liest der Koch ja mit und gibt mir Hilfestellung) abgelöscht wurde.
Anschließend wurde der Reis mit zwei Kellen eines bereits am Vorabend geköchelten Rinderfonds aufgegossen und bei schwacher Hitze leicht ziehen gelassen, während wir weiter den Resten des Crémants zusprachen.
Kurz bevor das Risotto gar war, hat der Küchenchef noch eine Handvoll Bacon in Butter ausgelassen und frische Steinpilze angedünstet, mit denen das Risotto dann auf den Tisch kam, um abschließend mit einem Eßlöffel frisch geriebenen Parmesan abgerundet zu werden.
Ein Hochgenuss, von dem ich dachte, er sei eigentlich nicht mehr zu toppen...





... bis die Hauptspeise kam.

Zum Hauptgang durften wir köstliche, von Inox auf den Punkt gebratene, Lammfilets mit in Olivenöl und Rosmarin geschwenkten La Ratte - Kartoffeln, frischem Blattspinat mit Knoblauch und einem zum Niederknien guten Linsengemüse genießen.
Linsengemüse als Beilage kannte ich bis Freitag noch gar nicht. Ich wäre auch niemals auf die Idee gekommen, dass mich eine Linsenbeilage dermaßen vom Hocker hauen könnte. Dieses Gericht aber ist ab sofort meine persönliche "Best of" - Liste aufgenommen.

Dazu wurden wieder Schalotten und Knoblauch in Olivenöl angeschwitzt, mit 2 Kellen des bereits o.e. Rinderfonds abgelöscht, ein halbes Paket rote Linsen und ich-weiß-nicht-wieviel Kokosmilch (Achtung: NICHT verwechseln mit dem Kokosnusswasser *ibahschüttel*)dazugegeben und ca. 10 Minuten sanft köcheln gelassen.
Abgeschmeckt wurde mit Fleur de Sal, gemahlenem Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel und frischem Ingwer.
Für diese Schmeckazie gehen mir nun tatsächlich die Komplimente aus.
S-A-G-E-N-H-A-F-T lecker. Unbeschreiblich. Mir läuft beim puren Gedanken daran schon wieder das Wasser im Munde zusammen.
Und das bei einer "schlichten" Beilage zu einem Lammfilet, zu dem einer der wenigen ausgezeichneten Bordeaux-Weinen aus dem Jahre 2001 gereicht wurde.
Die letzte Flasche der Gastgeber. DANKE Ihr Zwei !

Nach diesem Hochgenuss war ich bereits pappsatt. Allein der Titel des von uns gezauberten Desserts ließ mich um mittlerweile halb zwölf doch noch einmal zur Nachspeise greifen:
Königin der Süßspeisen - was für ein Versprechen.
Lediglich die im Originalrezept verwendete Himbeermarmelade habe ich durch eine halbe Tüte TK-Waldfrüchte ersetzt.
Was soll ich nun noch sagen? Mir hat, im Gegensatz zum Autoren des Plötzblogs, der Nachtisch so gut gemundet, dass ich tatsächlich noch eine zweite Portion zum abschließenden Kaffee schlemmern musste.

Es gibt doch kaum etwas schöneres als ein gemütliches Beisammensein bei gutem Essen und Kerzenschein.

Euch allen einen schönen Sonntag wünscht

Perle
*immer noch pappsatt*

1 Kommentar:

SOLEILrouge hat gesagt…

Boahhhhh.... da habt ihr's euch aber GUT gehen lassen! *sabber* Wunderbar!

Das erinnert mich an ein Geburtstagsessen vor 2 Monaten, da hab ich -bis auf den Nachtisch- Ähnliches gekocht & kredenzt, allerdings für 10 Leute... ;-)

Dir/Euch noch einen schönen Sonntag,
liebe Grüße,
SOLEILrouge :-)