17. Oktober 2010

Laufen lernen

Ich habe - ehrlich gesagt - nicht geglaubt, dass ich meinen vor immerhin schon vier Monaten gefassten Plan, wöchentlich mindestens 3x zu laufen, tatsächlich durchhalte. Das lag zum einen daran, dass ich bis dahin max. 500 Meter am Stück laufen konnte und dann hilf- und atemlos nach einem Sauerstoffzelt geschrien habe.
Schon in der Schulzeit war ich zwar sehr gut im Kurzstrecken- und Staffellauf, aber alles, was 2 Runden um den Sportplatz überstieg, war für mich einfach nur eine Tortur.
Ich habe mich in der Oberstufe aus lauter Groll darüber, dass wir in brütender Hitze mal eben die 8000 Meter laufen sollten, dazu hinreißen lassen, unsere - sagen wir mal - etwas übergewichtige Sportlehrerin anzubrüllen, dass ich es als Unverschämtheit verstände, uns mit der unsinnigen Lauferei der Gefahr des Sonnenstichs auszusetzen, während sie (Zitat) "faule Sau" schön im Schatten unter den Bäumen säße und an ihrer Wasserflasche nuckele. Selbstredend musste ich daraufhin bei unserem Direktor vorsprechen und mich für mein "Fehlverhalten" rechtfertigen. Das muss ich aber wohl gut gemacht haben, denn ich bekam zum einen wie immer meine Note 2 im Fach Sport und wir mussten auch nie wieder in den Mittagsstunden bei über 30°C endlose Runden um den Sportplatz drehen.

Und heute?
Heute laufe ich freiwillig. Bei Wind und Wetter. Und es macht Spaß.
Allerdings weiß ich inzwischen auch, wie es geht.

Längere Strecken als 500 Meter zu laufen geht nämlich nur mit ausreichender Sauerstoffzufuhr - sprich: der richtigen Atmung und die hat uns damals wirklich niemand beigebracht.
Wir haben zwar von aerober und anaerober Atmung gehört, aber wie das wirklich funktioniert, wurde uns nicht gesagt.
Begriffen habe ich damals nur, dass die entsetzlichen Seitenstiche irgendwie mit meiner falscher Atmung zusammenhingen.

Irgendwann später in einem Geburtsvorbereitungskurs hat mir meine Hebamme beigebracht, wie man unter Anstrengung richtig atmet. Damals sollten wir uns auf 4 Züge einatmen und 8 Züge ausatmen konzentrieren.

Zurück in die Gegenwart.
Ich laufe mit offenem Mund. Das sieht zwar völlig panne aus, aber ich habe dadurch keine Erstickungsanfälle oder zwischenzeitliche Schnappatmung.
Mein Atmungsrhythmus hat sich inzwischen dahingehend eingependelt, dass ich drei Schritte lang einatme und 5 Schritte ausatme. Damit komme ich prima klar und meilenweit - solange ich alleine laufe.
Laufe ich mit dem weltbesten Inox, der das zwar nicht nötig hat, mich aber immer gerne begleitet, dann muss ich etwas schneller laufen, weil Herr Inox längere Beine hat und somit auch größere Schritte macht, wodurch sich meine Atemfrequenz erhöht. Dann atme ich 4 Züge ein und 6 Züge aus. Damit komme ich dann zwar nicht ohne Gehpause um meine Hausrunde, aber das wird sich auch noch einspielen.
Inox hingegen atmet beim Laufen durch die Nase und kommt dabei mit 4 Züge ein- und 4 Züge ausatmen prima klar.
So muss halt jeder für sich selber herausfinden, wie er atmet.
Wichtig ist nur, dass die ganze Luft, die eingeatmet wird, im Gegenzug komplett wieder raus muss. Sonst gibt es fieses Seitenstechen. That´s all.

Kommentare:

thecoyote hat gesagt…

8000 m? Für solche Strecken hat der liebe Gott das Auto erfunden.

Perle hat gesagt…

Jepp.
Das sind 20 Runden um den Sportplatz. Sterbenslangweilig.

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Habe gerade sehr gelacht über Deine Geschichte mit der Sportlehrerin -- weiß aber auch genau, was Du meinst. Uns hat übrigens auch nie jemand beigebracht, wie man richtig läuft... Aber wir hatten ja auch ein paar Superathletinnen in der Klasse, der Lehrerin hat es gereicht, dass die wussten, wie das geht, ;-(. Ich habe es auch erst durch das Joggen gelernt (allerdings bin ich lang nicht so fleißig wie du).

So long,
Corinna

Perle hat gesagt…

@Frau Mahlzahn:
Ich bin nicht fleissig sondern verfressen und eitel.:-D

Nictom hat gesagt…

Irgendwie reicht mir im Moment der Sport in der Halle an Mon- und Dienstagen. Da ist die Figur ansonsten auch total egal.

LG
Nictom
die immer eine verflixt sportliche Sportlehrerin hatte.