24. Juli 2010

Eingefahren




... sind die Jungs und ich heute ins Besucher-Bergwerk in Kleinenbremen.




Es war wirklich spannend zu sehen, wie dort seit über 100 Jahren Eisenerz und Kalk(-stein) abgebaut wird.





Beim Besuch des überirdischen Teil des Museums haben wir erfahren, dass die Menschen in diesem Landstrich damals nicht viel zum Leben hatten und sich oft als Hilfsarbeiter bei der Landarbeit durchschlagen mussten. Das reichte gerade von der Hand in den Mund - wenn überhaupt.
Dementsprechend dankbar waren die Leute, als sich weitere Arbeitsplätze direkt vor ihrer Haustür ergaben.



Wobei diese Arbeit mit Sicherheit kein Geschenk war.
Tauschen möchte ich mit keinem dieser armen Menschen, die da unten in völliger Dunkelheit, ihr Arbeitsgerät lediglich erhellt durch eine funzelige Karbidlampe auf dem Helm, geräuschvoll Löcher ins Gestein schlagen mussten, um zu Schichtende mittels Sprengladungen das Erz vor, über oder neben ihnen zu lösen, damit es am nächsten Tag unter Schwerstarbeit ans Tageslicht zu befördern war.

Im Laufe der Jahre kam zur Erleichterung der Arbeit jede Menge schweres Gerät hinzu,



mit dem man dann täglich mehrere Tonnen Gestein aus dem Berg holen konnte und der Berg ziemlich flott wie ein Schweizer Käse aussah:


Sehr beeindruckend!
Das Bergwerk bekommt von mir also mindestens das Prädikat "empfehlenswert".



Ich kann allerdings nur jedem raten, den Besuch eher in eine kühlere Jahreszeit zu legen, denn unter Tage herrschen konstante 9 - 11°C, was in einem bei den derzeit vorherrschenden Außentemperaturen das Gefühl weckt, für 1,5 Stunden in einen Kühlschrank gesperrt zu sein. Mir half auch die beste Fleecejacke nicht lange. Brrrr. :-)

Kommentare:

dicke, alte Frau hat gesagt…

Liebe Perle, ja, das Leben früher war schon hart, ich war im Bergbaumuseum in Bochum, da ging es zwar um Kohle, aber das Leben der Püttmänner war auch sehr hart.
Euch ganz liebe Grüße, die Christiane

Perle hat gesagt…

Wie wir heute gelernt haben, war das Leben der Arbeiter im Kohleabbau sogar noch härter. Deshalb dürfen die auch 5 Jahre früher Rente gehen als die Männer, die "nur" Eisenerz abbauen.
Wobei die Jungs vor hundert Jahren das meistens noch nicht einmal erlebt haben, weil die vorher an der Staublunge gestorben sind.
Ich sag ja, diese Arbeit war echt hart und kein Geschenk.

Nictom hat gesagt…

Wir waren am Samstag auf der Love Parade, scheinbar auch keine ungefährliche Aktion.
Allerdings war uns alles schon vor den Tunnel zu voll und sind früher umgedreht. Abends, als zu uns die Nachricht mit den Toten durchsickerte, war Tobi dann froh, dass ich Platzangst bekommen habe und wir umgekehrt sind.

traurige Grüße
Nictom

Perle hat gesagt…

@Nictom
Ihr wart auch da? Gut, dass ich das nicht vorher wusste. Ich wäre vor lauter Sorge umgekommen
Mich bekommen keine zehn Pferde zu derartige Massenveranstaltungen.
Ich finde es ganz schrecklich, was dort passiert ist.
Mein aufrichtes Beileid an alle Betroffenen.

Nictom hat gesagt…

Meins Tobi hat mich vor zwei Jahren mit nach Dortmund geschleppt und zuvor war er desöfteren in Berlin auf der Loveparade. In Berlin soll es wohl unheimliche Umstände gegeben haben, dass die da über ne Müllschicht von mind. 15cm gelaufen sind. War wohl schrecklich und dann auch kein Wunder, dass die dort gesagt haben, so nen Dreck wollen wir nicht hier haben und die Parade rausgeworfen haben.
Dortmund hat die Sache, wie ich finde damals sehr gut gelöst, die Floats fuhren auf der B1, man hatte Platz und auf dem Partygelände vor den Westfalen Hallen, waren ein oder zwei Bühnen und jede Menge Fressbuden aufgebaut. Toiletten gab es auch, was leider trotzdem nur wenige Partygäste davon abhielt in die Vorgärten der Anwohner zu pinkeln :-(
Dies wollte wohl Duisburg mit einem riesigen Meer an Zäunen verbieten und hat damit die Partygäste durch ellenlange Straßen in einem Schlauch geführt.
So viele Polizisten, wie ich in Duisburg gesehen habe, sind mit in Dortmund überhaupt nicht aufgefallen. Das fand ich schon auf dem Hinweg nicht so prickelnd.
Hat ja leider auch nicht viel mehr gebracht *seufts*

LG
Nictom