27. Mai 2010

Australien-Saga

Irgendwie ist in meinem Bücherregal eine mehrteilige Roman-Reihe über die ersten Siedler Australiens gelandet.

Anfänglich habe ich noch genölt, dass ich die Schreibe der Autoren - getarnt als William Stuart Long - gar schrecklich fände und gar nicht wüsste, ob ich den ersten Band jemals zuende lesen würde.
Den Sätzen fehlten die lesens- und liebenswert machenden Adverbien und Adjektive einer Diana Gabaldon oder Sarah Lark.
Trotzdem hänge ich nun doch schon tatsächlich wieder im dritten Band.
Einfach deshalb, weil ich wissen will, wie es der Hauptprotagonistin Jenny (geb. Taggart, derzeitge Mrs. Broome) weiter ergeht.
Es hat ja ein bißchen was von Daily-Soap, wenn man jeden Tag nur ein paar Seiten liest.

Das gute Kind Jenny hat es aber auch nicht leicht im Leben.
Unverschuldet wird sie als junges Mädchen zusammen mit dem kompletten Abschaum der Londoner Gefängnisinsassen nach Australien verbannt, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort stand.

Unter ihren Wächtern befindet sich ihre Jugendliebe Andrew, der sie zwar retten und heiraten will, das aber aus verschiedenen Gründen nicht kann und die beiden verlieren sich wieder aus den Augen. Andrew muss weiter auf See seinen Dienst verrichten, während Jenny in Australien festsitzt und sich ihr zukünftiges Leben einrichtet, wobei sie Leib und Leben gegen alle nur erdenklichen Unbillen der Welt verteidigen muss.
Dabei bleibt sie stets sie selbst und noch dazu die Ruhe in Person. Unglaublich.

Wenn das Autorenteam doch nur nicht so wirr geschrieben hätte.
Mitunter finden sich innerhalb eines Kapitels Zeitsprünge von mal eben 15 Jahren. Es tauchen Personen auf, die vorher mit keiner Silbe erwähnt wurden und bei manchen Gegegenheiten bin ich mir nicht sicher, ob die Verfasser überhaupt einen roten Faden für ihr Werk haben.

Ich weiß also immer noch nicht, ob ich weiter lese(n soll) oder nicht.
Wahrscheinlich siegt meine Neugier dann aber doch wieder.

*************

Bis ich es weiß, stecke meine Nase dann mal wieder zurück ins Buch.
;-)

Kommentare:

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Mutze nennt es "Leseschulden", wenn sie ein Buch aus Pflichtbewußtsein zu Ende liest (weil es sich sonst unfair behandelt fühlen könnte). Ich bewundere das sehr, ich kann das nicht. Wenn ein Buch nicht bald mein Interesse findet, dann kommt es ins Regal zurück, das ja meistens das Regal der Stadtbibliothek ist, Göttin sei Dank, da stört es mich dann nicht so.

Die Geschichte sagt mir aber irgendwas... was daran liegen mag, dass es sich ein bisschen nach tausend Mal gehört anhört.

So long,
Corinna

Hans hat gesagt…

Mal einen Buchtipp: "Der Traumfänger".
Eine Geschichte, die in Australien spielt.
Ich habe dieses Buch verschlungen und auch über uns selbst nach gedacht. Vielleicht ist es besser, anders zu leben?

Perle hat gesagt…

@Frau Mahlzahn:
Nun ja. Soooo schlimm ist die Reihe anscheindend doch nicht, wenn man bedenkt, dass es mich immerhin schon bis zum dritten Band getrieben hat.
Aber es ist jetzt nicht DIE Erfüllung, die ich sonst beim Lesen erlebe.
In diesem Fall bin ich einfach nur neugierig.
In den meisten anderen Fällen "schlüpfe ich in die Geschichte und bin ein Teil von ihr".
Wenn Sie verstehen, was ich meine.
;-)

@Hans:
Danke für den Tipp.
Ich werde ihn bei nächster Gelegenheit beherzigen.