20. April 2010

Am Ende des Schweigens

... habe ich soeben ausgelesen.

Ein hochspannender Psychothriller, der unglaubliche menschliche Abgründe offenbart.

In diesem Buch verbringen drei "befreundete" Familien jede ihrer Ferien gemeinsam in einem kleinem Cottage in der Gegend von Yorkshire.
Der Leser erfährt gleich zu Beginn des Romans, dass die vorherschende Harmonie allzu trügerisch ist und nur aufgrund des Unvermögens der, seit Kindertagen befreundeten, Männer, Dinge offen auszusprechen, zelebriert wird.

Hauptsächlich erfährt der Leser den Fortschritt der Geschichte aus der Perspektive von Jessica, die erst seit einem Jahr mit einem der drei Freunde verheiratet ist und somit noch ein wenig "außerhalb" der Gruppe steht, was ihr (und deshalb auch dem Leser) einen objektiveren Einblick in die Strukturen des Freundeskreises verschafft.

Als in Stanbury House ein blutiges Verbrechen verübt wird, kommt die Geschichte und die Vergangenheit der befreundeten Ehepaare erst richtig ins Rollen.

Frau Link beschreibt ein unglaubliches Psychodrama, dessen Ende zwar etwas vorhersehbar ist, dennoch spannend bis zum letzten Buchstaben bleibt.

Kommentare:

Nictom hat gesagt…

Hame mir nach der Trilogie von den Stieg Larsson ein einfaches Buch gegönnt. Zum Glück war das nur ausgeliehen und hieß Winterwundermann oder so von Janet Evanovich, die ich eigentlich immer gerne lesen mit ihren einfachen Romanen. Dieser Winterwundermann ging aber mal so gar nicht...
Vielleicht wäre nun wieder die Zeit gekommen ein etwas spannenderes Buch wie das von Charlotte Link zu lesen. Klingt jedenfalls ganz gut.
Gestern habe ich dann noch einen "Paparoman" "Schief gewickelt" gelesen. War sehr lustig und einfach zum Lesen (zwei Abende und er war Geschichte).

Danke für den Buchtip!

LG
Nictom

thecoyote hat gesagt…

MEin Problem bei sowas ist, dass ich mich viel zu viel mit den realen psychischen Abgründen rumschlagen muss, um mir in meienr Freizeit auch noch fiktive solche aufzuerlegen. :)

Ich wollte eigentlich in meiner "Klassikertour" weitermachen, Hemingway oder so wäre jetzt an der Reihe - aber ich kann mich dazu absolut nicht durchringen.

yael hat gesagt…

Ah gut, zu wissen. Ich habe erst eins gelesen von ihr, das davor vermutlich, hab den Namen vergessen. Eine sehr gute Autorin, finde ich.

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Ich habe mit Charlotte Link ja so meine Probleme, ich habe zwei Bücher von ihr gelesen und bin nie mit ihr warm geworden. Andererseits vertraue ich Dir seit Deinem Post über Ante Valdemar, denn der Roman war gar nicht mal so schlecht (obwohl ich Ante Valdemar immer noch einen ziemlichen Kotzbrocken und Langweiler finde -- ich meine, da gewinnt der Mann 'ne Million, kann sich jeden Traum verwirklichen und entscheidet sich dafür, eine Kate zu kaufen, vor der er jeden Tag sitzen und Kreuzworträtsel lösen kann...).

Äh. Wo war ich? Ach so ja, nachdem Dein letzter Buchtip recht gut war und sich dieser Roman auch spannend anhört, werde ich gleich mal in der Stadtbibliothek schauen, ob es es da gibt.

So long,
Corinna

Perle hat gesagt…

@Nictom:
Tja, so ist das manchmal bei Leuten, die wirklich viel lesen. Manche Bücher sind ein Griff ins 00...
Aber danke für die Warnung. Dieses Buch steht somit auf meiner persönlichen "schwarzen" Liste. ;-)

@Coyote:
Ich drücke mich auch schon geraume Zeit um "Werthers Leiden".
"Romeo und Julia" habe ich auch erst zur Hälfte auf Englisch gelesen (die deutsche Version hat man ja ziemlich flott durch) und derzeit knabbere ich mal wieder an "Effie Briest".
Das Gute an Klassikern ist schließlich, dass man sie immer mal wieder lesen kann.
Wären sie Trivialliteratur, wären sie schließlich keine Klassiker geworden. ;-)
Deshalb kann der Hemingway ruhig noch ein Weilchen warten.

@Yael:
Ich mag Frau Links Bücher auch gerne lesen. Allerdings nicht direkt nacheinander.
Da geht es mir wie bei Büchern von Patricia Cornwell.
Zwischendurch brauche ich dann doch mal etwas aufmunterndes.

@Frau Mahlzahn.
Also dass Sie den Ante nicht gleich in Ihr Herz geschlossen haben, kann ich so gar nicht verstehen.
Ich konnte sein Handeln komplett nachvollziehen (WENN auch nicht immer gutheißen).
Möchte nicht jeder von uns einfach nur mal seine Ruhe haben, so zwischendurch?
Vielleicht habe ich aber auch einfach nur ein Herz für tragische Helden. :-D

Frau Mahlzahn hat gesagt…

aber der ist doch kein Held! Jede Sekunde seines langweiligen Leidens hat er selber verschuldet. An jedem Punkt seines Lebens hätte er aufstehen und etwas ändern _können_, nicht erst als er das Geld gewonnen hat. Statt dessen hat er still vor sich hin gejammert und gelitten und gelangweilt.

Und dann kauft er sich diese Kate, um dort Kreuzworträtsel zu lösen. Ich meine: Bitte! Für den Rest seines Lebens. DAS ist seine Vorstellung davon, sein Leben zu verändern? Hallo!

Nee, der hat mich nur geärgert.

Aber insgesamt hat mir das Buch gefallen,

Am Ende des Schweigens habe ich gerade in der Bibliothek bestellt, es sollte Anfang nächster Woche da sein. Bin sehr gespannt -- die anderen beiden Bücher von ihr mochte ich eigentlich gar nicht.

Perle hat gesagt…

Hmmm... Dann weiß ich nicht, ob Ihnen das Buch zusagt, liebe Frau Mahlzahn.
Mich haben die "Fallstudien" dieser feigen Gesellschaft in diesem Buch gefesselt. Aber ich lese zwischendurch gerne mal einen Charlotte-Link-Roman.
Die können zwar üüüüüüberhaupt nicht mit meinen heißgeliebten "Highland-Romanen" mithalten, sind aber trotz der vielen Seiten immer so spannend, dass ich sie innerhalb kürzester Zeit "durchgehechelt" habe.
Auf Ihre Kritik bin ich also schon gespannt.