7. Januar 2010

Viel zu schnell vorbei

... waren die 5 Skitage am Kronplatz. Aber beginnen wir am 01.01.2010:

Den ganzen Tag schon herrschte bei uns Hochstimmung. Die Reisetaschen waren schnell gepackt und verstaut, so dass wir bereits um 20.00 Uhr (statt der geplanten Abreise um 22.00 Uhr) unterwegs in Richtung Süden waren. Und das war gut so, denn die Autobahnen waren ab Kassel komplett verschneit und man kam nur langsam voran.


Video Schneeräumfahrzeug

Trotzdem waren wir am nächsten Morgen bereits um 7.00 Uhr an der Brennerraststätte, wo Frau Perle ihren heiß ersehnten allerersten Cappuccino trinken durfte.
Pure Glückseligkeit.


Da wir allerdings bereits eine halbe Stunde später in unserer Unterkunft zum Frühstück verabredet waren, mussten wir uns ziemlich flott nach nur einer Tasse schon wieder auf die Socken machen.

Am Hotel angekommen haben wir nur noch das erste Frühstück eingeworfen, uns schnell umgezogen und um 8.30 Uhr ging es auch schon wieder mit dem Skibus ab zum Berg. Endlich Urlaub...
Es mussten nur noch flott die Skipässe für alle und Ausrüstung für die Kinder organisiert werden. Um 10.00 Uhr standen wir aber auch schon auf dem Gipfel - bereit für die erste Abfahrt.

Was. War. Das. Schön!


Abfahrt Alpen am Kronplatz - MyVideo

Das Streifenhörnchen bin übrigens ich. ;-)

Unsere Mittagsverabredung haben wir zum Glück schon am frühen Vormittag wieder getroffen und so konnten wir mit unserem persönlichen Pfadfinder ganz entspannt die ersten Pistenabfahrten genießen, ohne großartig auf die Pistenverbindungen achten zu müssen, denn das Leittier des Tages war schon seit fünf Tagen vor Ort und kannte alle Verbindungen und Aufstiegsanlagen im Schlaf. Sehr praktisch.

Der Skibus sammelte uns um 16.30 Uhr wieder ein, um uns zurück ins Hotel zu bringen. So hat man die Möglichkeit, auf dem Berg doch noch das eine oder andere alkoholische Heißgetränk zu sich zu nehmen, ohne seinen Führerschein zu riskieren.
Auch diesen Service finde ich sehr praktisch - wobei man allerdings berücksichtigen muss, dass man sich am Kronplatz in einem Familienskigebiet befindet und man auf den Pisten auf jede Menge Fahranfänger Rücksicht nehmen muss.
Man sollte also nicht allzu tief ins Glas schauen, solange man noch skifahren möchte.



Der Bus benötigt ca. 45 Minuten bis zum Hotel. Dort angekommen hat man dann ausreichend Zeit zu duschen oder schwimmen, bevor es um 19.00 Uhr zum Abendessen geht.

Das Abendessen besteht im Moserhof aus einem 5-Gänge-Menü inkl. Salatbar. Von diesen fünf Gängen schaffe ich in aller Regel maximal drei. Aber es ist die typische südtiroler Küche und dementsprechend lecker (und gehaltvoll *seufz*).
Es empfiehlt sich auch, zum Abendessen die Getränke gleich flaschenweise zu bestellen, da das Hotel die angebrochenen Flaschen (sei es Cola, Fanta, Saft, Wein oder Wasser) am nächsten Abend wieder auf den Tisch stellt.
Diesen Service kennen wir auch schon aus anderen Hotels in Südtirol, obwohl den nicht alle anbieten.
Auf jeden Fall ist es familienfreundlicher (weil deutlich günstiger) ganze Flaschen zu ordern.
Wir haben für eine Flasche Cola, eine Flasche Fanta(Aranciata), eine Flasche Wasser und eine Flasche köstlichen Edelvernatsch zusammen 17,- EUR bezahlt.
Das reichte bei uns für zwei Abendessen.

An diesem ersten Abend waren wir aufgrund der langen Anreise rechtschaffend müde und sind bereits um halb neun nur noch in die (zugegebener Maßen recht alten) Betten gefallen.

Der nächste Morgen begrüßte uns bereits um 7.00 Uhr mit eitlem Sonnenschein über den Gipfeln. So soll das auch aussehen, wenn Engel reisen.


Gipfelblick vom Kronplatz - MyVideo

Leider musste die Mindener Gruppe schon wieder abreisen und so machten wir uns auf, den Berg für uns alleine zu "erfahren".
Zum Einfahren bietet sich die blaue Abfahrt "Alpen 1+2" an, wenn man früh genug vor Ort ist. Die ist dann noch frisch präpariert und fast menschenleer, so dass man es mal so richtig "gehen lassen" kann.

Danach ging es weiter zur Marchner Abfahrt mit ihrer neuen, mit Sitzheizung ausgestatteten, Gondel.
Ist das ein Genuss, wenn man bei -12°C seinen kalten Hintern auf eine Heizung setzen kann. Wow.... Über dieses Wohlgefühl geht eigentlich nur noch leckerer Latte Macchiato. ;-)



Bei einer kleinen Kaffeepause an der Marchner Hütte erlebten wir dann gegen Mittag eine freudige Überraschung.
Vor zwei Jahren haben Jörn und ich am Kronplatz zwei sehr nette Menschen kennen gelernt.
Und genau diese Zwei haben wir in dieser Hütte wieder getroffen. Das gab natürlich ein großes "Hallo"...

Fortan hatten wir für den Rest des Urlaubes nicht nur die beste Routenfinderin überhaupt, sondern auch noch einen staatlich anerkannten Aufpasser und "Lumpensammler", der vorzugsweise immer auf mich gewartet hat - denn die Jungs sind seit diesem Urlaub unglaublich schnell auf ihren Skiern unterwegs, während ich immer damit beschäftigt bin, alle und zusätzlich die Piste im Blick zu behalten.
Ein nahezu unmögliches Unterfangen.
Ich war jedenfalls froh, dass Klaus an allen möglichen Abzweigungen und / oder Hügeln auf mich gewartet hat und wir ein kurzes Schwätzchen halten konnten, während Irene mit dem Rest der Truppe voran gestürmt ist.
Wirklich verlieren kann man sich allerdings nicht, denn spätestens am jeweiligen Gondeleinstieg hat man sich wieder getroffen.


Abfahrt Olang - MyVideo

Den krönenden Abschluss des Tages bildete für unser kleines Grüppchen die Talabfahrt auf der tiefschwarzen Hernegg 4. Wobei ich mir erst nach Abfahrt der Gruppe überlegt habe, dass ich doch auch lieber die schwarze 4 herunterfahren möchte, anstatt zu gondeln. Schließlich wagen sich sogar meine Jungs da runter. Warum sollte ich das also nicht auch schaffen?

Sagen wir es jetzt mal so: Ich habe es überlebt und kam gerade rechtzeitig zur Abfahrt mit dem Skibus unten an.
Technisch gesehen bin ich das steilste Stück der Piste völlig machtlos wie eine Schildkröte auf ihrem Panzer `runter geschliddert, bis mir ein netter Mitmensch endlich wieder auf die Beine geholfen hat.
Ein schlauer Mann sagte einmal: "Skifahren ist gegen Gebühr Schmerzen zufügen."
Genau das trifft auf die Hernegg nach 15.00 Uhr zu.
Dunnerschlach!!!
Ich weiß zumindest, dass ich im nächsten Urlaub mehr als dringend einen Skihelm brauche.
In diesem Urlaub hatte ich jedenfalls mehr als Glück, dass ich heile unten angekommen bin.
Das waren mit Abstand die längsten 5 Kilometer meines Lebens!

Unnötig zu erwähnen, dass die Jungs die Abahrt natürlich "gar nicht so schlimm" fanden und eine gute dreiviertel Stunde vor mir unten ankamen. *hmpf*

Abends habe ich nach dem Abendessen nur noch meine (nicht vorhandenen) Wunden geleckt und bin in tiefen Schlaf gefallen, der dafür sorgte, dass mein Göttergatte mich am nächsten Tag überhaupt auf die Sylvester locken konnte.
Auch die habe ich am nächsten Tag lediglich "überlebt", während die Jungs sie spielend genommen haben.





(Notiz an mich selbst:
Heimlich einen Skilehrer nehmen und im nächsten Jahr den anderen eine lange Nase machen.)

Den Rest des Skiurlaubes habe ich jedenfalls lieber auf der Sonnenseite des Kronplatzes verbracht und bin maximal die Erta (40) in St. Vigil mit den anderen herunter gesaust. Die ist nämlich "nur" schwarz und nicht "tiefschwarz". So!

Urlaub ist schließlich zum Genießen und Erholen da.


Lounge Kronplatz - MyVideo


In der Lounge am Gipfel haben wir das auch ausgiebig getan.
Von dort aus hat man einen fantastischen Blick auf das gesamte Areal.
Diesen Ausblick nehme ich mir jetzt auch als Erinnerung bis zum nächsten Jahr vor, bis es wieder heißt:

Kronplatz, wir kommen!!!!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

NEID!!! Sieht wieder richtig gut aus und die Kids fliegen schon ordentlich über die Piste

Ski heil
Matten

Perle hat gesagt…

Stimmt. Tun sie. Und ausgeschimpft haben sie mich. Weil ich so "langsam" fahre. ^^

Nictom hat gesagt…

Oje, die ganzen Video-Sequenzen wecken Erinnerungen an meinen ersten, einzigen und letzten Ski-Urlaub, hihi. Mir ein Rätsel, wie man kontrolliert auf Skiern Berge herunter fahren kann.
Also, bin froh, dass ihr alle heile wieder Zuhause seid. Falls du jemanden brauchst, damit deine Jungs nicht mit dir meckern, weil du zu langsam bist, berichte einfach davon, wie lange ihr immer brav auf mich gewartet habt und wie oft ich irgendwo anders gelandet bin, als da, wo ich hin wollte, hihi.

LG
Nictom