1. November 2009

Bücherwürmer

Erst gestern habe ich wieder geschätzte 3 kg Bücher nach Hause geschleppt.
Diese stammen aus einer Art "privatem Lesezirkel", bei dem ich in aller Regel die Endstation bin.

Es gibt ja immer irgendwelche Bücher oder Buchserien, die einem ganz besonders am Herzen liegen und von denen man sich niemals trennen würde, weil man alle paar Jahre doch mal wieder einen Blick hineinwirft oder (wie im kommenden Fall) zumindest die letzten beiden Bände noch einmal liest, weil bald ein neuer erscheint.
Dann wieder gibt es Bücher, die hat man einmal gelesen und damit ist es auch gut - leichte Kost sozusagen. Aber aus mir unerfindlichen Gründen kann ich sogar diese nicht einfach wegwerfen. Das bringe ich nicht übers Herz.

Hätte ich aber alle Bücher behalten, die ich jemals gelesen habe, müssten wir wahrscheinlich anbauen. Schließlich lese ich mit Begeisterung, seitdem ich das Lesen gelernt habe.
Mein derzeitiges Problem allerdings besteht darin, dass ich einfach nicht mehr weiß, wohin ich mit den ganzen ausgelesen Büchern soll, die den Lesezirkel durchlaufen haben, die ich aber nicht noch einmal lesen will.

Im Internet findet man hierzu verschiedene Möglichkeiten wie z.B. Bookcrossing oder Tauschticket.

Bookcrossing finde ich von der Idee her eigentlich ganz niedlich. Man registriert sich auf der Seite, setzt dann ein Buch irgendwo in freier Wildbahn aus und kann (mit viel Glück) dann den Weg durch seine Leserschaft nachverfolgen. Oder man findet womöglich ein ausgesetztes Buch und teilt den anderen Bookcrossern mit, dass man es gefunden hat und wo man es danach aussetzt.
Der Haken an dieser Idee ist für mein Empfinden, dass diese Methode noch nicht bekannt genug ist. Ich möchte mal behaupten, dass viele Finder gar nicht wissen, was und wo Bookcrossing ist, sich nicht registrieren, das Buch trotzdem lesen, um es im Anschluss in die Tonne zu werfen. Schluss mit Crossen.

Tauschticket ist mir schlicht zu umständlich. Dort muss man sich zuerst registrieren, bekommt ein "Gratis-Ticket" und kann dieses Ticket gegen ein Buch oder eine DVD oder was auch immer tauschen. Wieviel der Tauschgegenstand wert sein soll (ob nun ein, zwei oder mehrere Tickets) entscheidet derjenige, der das Buch abgeben will.
Das Problem für Neueinsteiger hierbei ist, dass man anfangs erst mal nur ein Ticket hat und die Bücher, für die man sich interessiert, haben in aller Regel einen höheren Tauschwert als man Tickets zur Verfügung hat. Man muss also zuerst ein paar Bücher ver"tauschen", bevor man eine ausreichende Menge Tickets für die wirklich begehrten Bücher hat. Dazu braucht man aber das Glück, dass irgendjemand mein Angebot lesen will. Bis man also wirklich zum Tauschen kommt, ist erst einmal jede Menge Zeit ins Land gestrichen. Doof.

Gestern hörte ich von "Bücherschränken", die in Großstädten installiert wurden. So wurde z.B. aus einer ausrangierten Telefonzelle ein Bücherschrank, in dem man 1:1 tauschen kann. Diese Idee finde ich mal wirklich gut. Leider gibt es sowas in Minden noch nicht.
Hmmmm.... Sollte ich vielleicht mal vorschlagen...

Aber bis dahin muss mir dringend etwas anderes einfallen zum Thema Buchtausch.
Ich gehe dann mal "brainstormen".

Kommentare:

thecoyote hat gesagt…

Öffentliche Bücherschränke gibt es hier in Münster. Du musst halt doch mal rüberkommen (um z. B. ein gewisses Coytentier mit lecker Grillhähnchen zu füttern). :)

Wenn ich ein Buch nur einmal lese bedeutet das übrigens, dass ich sie eher schlecht fand oder sie mich einfach nicht interessieren. "Der Wüstenplanet" war so ein Beispiel, das ich gewiss kein zweites Mal anrühren würde. Ansonsten habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, jedes Buch zweimal zu lesen. Außer mir fehlt die Zeit. *seufz* Ich komme ja kaum dazu, meinen Bücherstapel auf dem Schreibtisch zu verringern.

Oh, und dann gibt es noch die Bücher, die einfach gar nicht gehen. Die breche ich dann unterwegs ab. Und wenn ich schon durch den "Wüstenplaneten" durch bin, will das etwas heißen. Joyce's "Ulysses" oder Brown's "Illuminati" gehören dazu.

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Das mit dem Bookcrossing gefällt mir auch -- auch wenn man es natürlich meistens eher nicht nachvollziehen kann, wohin die Bücher wandern.

Den Bücherschrank mag ich auch -- so etwas ähnliches haben wir in unserer Pfarre, nämlich eine offene Pfarrbibliothek, wo man sich Bücher gegen eine Spende von 1 Euro ausleihen kann, und wenn einem das Buch gefällt, kann man es behalten, oder trägt es zurück. Ich trage bei der Gelegenheit gerne auch mal zwei oder drei zusätzliche Bücher zurück, *ggg*. Leider ist die Pfarrbibl. aber nicht so bekannt.

Ich kann mich mittlerweile sehr gut von Büchern trennen, bzw. habe in den letzten Jahren mindestens 4/5 meiner Bücher weggegeben. Die meisten waren einfach nicht mehr "ich", viele nicht interessant genug, als dass ich sie hätte halten wolle, und manche... na ja, ich finde schon, dass es Bücher gibt, die besser nie hätten verlegt werden sollen, *ggg* (und ja, gelegentlich kann ich auch mal Bücher wegschmeißen, ;-)).

So long,
Corinna

Frau Mahlzahn hat gesagt…

P.S.: Ein Grund, aus dem ich Bücher mittlerweile gut weggeben kann: sie sind viel zu schade dafür, nach nur einmal lesen im Bücherschrank zu verstauben. Bücher zweimal lesen tue ich nur noch selten, was an der leichten Verfügbarkeit neuer "Kost" liegt.

So long,
Corinna