13. Oktober 2009

Verkaufsoffener Sonntag bei IKEA

... oder "Der ganz normale Wahnsinn".

Der Plan war, einfach nur ein wenig durch den Markt zu bummeln und ein paar Gardinen für die KinderJugendzimmer und einen Schubladencontainer zu erwerben.
Der Laden in Bielefeld sollte um 13 Uhr seine Tore öffnen und sie erst um 18 Uhr wieder schließen. Das sollte eigentlich genug Zeit zum Bummeln sein. War es auch.
Vorsichtshalber habe ich aber trotzdem meine gesammelte Männerbande zuhause gelassen. Und das war gut so, denn nicht nur ich bin auf die selten blöde Idee gekommen, einen verregneten Sonntag bei IKEA zu verbringen. Drei Parkhausetagen voll mit anderen Menschen hatten dieselbe Idee. Komisch... ;-)

Während ich durch den Laden geschoben wurde, dachte ich so für mich, dass IKEA eigentlich auch 7 Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag geöffnet sein könnte, der Laden wäre trotzdem immer zum Auseinanderbrechen voll. Was macht diese Anziehungskraft eigentlich aus? Ich war ja schließlich auch mittendrin statt nur dabei. Egal....

In aller Seelenruhe habe ich mich jedenfalls durch verschiedene Sofas gelümmelt, das eine oder andere favorisiert und auf die Wunschliste für "...wenn ich mal groß und reich bin..." gesetzt. Man muss ja schließlich Wünsche haben, um zu wissen, wofür man sich anstrengen soll.

Drei Stunden später stand ich endlich mit einem Einkaufswagen voller Wilma-Gardinen, einem Helmer-Schubladenelement, einem 17er Pack Tupperersatzdosen namens Pruta für die grüne Minna und einer Bomull-Tagesdecke (ordentliche Hausfrauen vor) vor den Kassen.

Boah!!!

Sooooo lange Schlangen habe ich zuletzt bei der EXPO 2000 in Hannover gesehen.
Damals standen dort solche Schilder "Ab hier nur noch 20 Minuten" herum, über die die IKEA-Einkaufsberater dringend einmal nachdenken sollten.

Phlegmatisch, wie ich nun ja manchmal veranlagt bin, habe ich meinen Einkaufswagen kurzerhand in der Nähe der Fundgrube geparkt und mich erst einmal im Food-Bereich mit einem Hot Dog und einem schönen großen Becher Kaffee versorgt, die ich dann freudestrahlend mit zurück in den SB-Bereich genommen habe, um mir damit die Wartezeit zu versüßen.
Das hat prima funktioniert. Das mache ich jetzt immer so.

Als mein halber Liter Kaffee ausgetrunken war, musste ich nur noch 10 Minuten vor den Kassen warten, die ich sinnvoll dazu genutzt habe, die 5 zusätzlich erworbenen Faltkartons (für Stoff und Co.) schon einmal zusammen zu falten, so dass ich die Einkäufe nach Erwerb nur noch hineinschmeißen musste.
Der bemitleidenswerte Mensch an der Kasse, der am Sonntag Dienst schieben musste, wurde auch relativ schnell davon überzeugt, dass ich nicht unerlaubterweise die Musterwaren aus der Ausstellung entwendet, sondern ausreichend Zeit zum Zusammenbau der Kästen während der Warterei hatte.
Prima! Beim nächsten Einkauf bauen wir Billy einfach schon vor den Kassen zusammen.

Einziger Wermutstropfen in der Warteschlange war die Familie hinter mir, die einfach nicht begreifen wollte, dass es keinen Deut schneller ging, auch wenn sie noch so sehr mit ihrem Einkaufswagen in meinen drängelte. In schönster Regelmäßigkeit schepperte es zwischen unseren Wagen und ich war heilfroh, dass ich keine bruchgefährdeten Vasen darin verstaut hatte.

Letztendlich habe ich aber auch diese Familie an der Kasse abgehängt und konnte nach Hause fahren, ohne dass sie mir evtl. auf der Autobahn wegen Trödelei ins Heck gefahren wären.


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