26. Oktober 2009

Ochsenschwanzsuppe

Heute morgen klingelte freundlicherweise mein Handy mit der Information, wo ich gerade Ochsenschwänze käuflich erwerben könne.

Gesagt, getan. Nach Feierabend bin ich also gleich in den Supermarkt gestürmt und habe den Schwanz, von dem ich seit Samstag träume, nach Hause gezerrt.

Da ich ja noch eine ungefähre Vorstellung des Geschmacks auf der Zunge hatte, habe ich also ohne Rezept und frei nach Schnauze angefangen.

Ca. 600 gr. Ochsenschwanz in einem guten Eßlöffel Butterschmalz scharf anbraten,

4 große Zwiebeln, 4 Knoblauchzehen und einen Bund Suppengrün klein schnippeln und ebenfalls kurz in dem Fett andünsten

mit 1,5 Liter (kaltem) Wasser aufgießen und 2 Lorbeerblätter, 4 Nelken, 2 rote Paprika (fein geschnitten) und eine Dose geschälte Tomaten mit in den Schnellkochtopf werfen, Deckel schließen und die Brühe eine Stunde lang unter Dampf kochen.

Nach einer Stunde den Deckel öffnen, das Fleisch und die Knochen aus der Brühe nehmen und kalt stellen. Den Rest eine weitere halbe bis ganze Stunde köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit um ca. die Hälfte reduziert hat; diese dann mit dem Pürierstab schön sämig hexeln.

Abgeschmeckt habe die Suppe schließlich mit einem guten Schuss Sherry, bestimmt zwei Eßlöffel Rübenkraut (Grafschafter Goldsaft), zwei Eßlöffel Salz (ich weiß, ist ungesund -schmeckt aber), Pfeffer, Muskatnuss, süßem Paprikapulver, Paprikapulver rosenscharf und 2 Piri-Piri-Schoten (fein gemörsert).

Das Fleisch habe ich fein säuberlich von den Knochen gelöst und zurück in die Suppe getan.
Mit den Knochen (die erstaunlicherweise so weich gekocht waren, dass man sie mit der bloßen Hand zerdrücken konnte) habe ich unseren Hund glücklich gemacht. Der liegt jetzt mit kugelrunder Plautze unter dem Schreibtisch.

Wir fanden es auch lecker - wenn auch nicht ganz so wie bei Omma. Daran arbeite ich aber noch. Als Prototypsuppe jedenfalls schon mal richtig gut.

Kommentare:

Nictom hat gesagt…

Jetzt kommt meine Ma damit um die Ecke, dass sie ein Rezept deiner Ochsenschwanzsuppe in einem alten Kochbuch von ihrer Hochzeit (also auch super lange her) schlummern hat.
Also, suche das morgen mal raus und mail dir das.

Muss nun weiterfeiern ;-)

Nictom hat gesagt…

Hier nun das Rezept aus dem Kochbuch meiner Ma, was sie vor ca. 30 Jahren geschenkt bekommen hat. Zu der Zeit kochte man wohl noch selber Ochsenschwanzsupper ;-)

2 l kochendes Essigwasser
1 Ochsenschwanz
2 Lorbeerblätter
6 Wacholderbeeren
5 Karotten
5 gesch. Kartoffeln
5 Zwiebeln
Zucker, Rotwein
2-4 Eßköffel Mehl
4 Eßlöffel Fett
Salz, Pfeffer
3 Eßlöffel Rahm

Den Schwanz zerhackt in kochendem Essigwasser mit Lorbeerblättern und Wacholderbeeren 1,5 Stunden kochen lassen. Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln unzerkleinert dazugeben und 0,5 Stunden mitkochen lassen. Das Fleisch von dem Knochen lösen und mit dem Gemüse durch die Fleischmaschine drehen, in die Brühe geben und mit dunkler Mehrschwitze (das wäre dann das Rezept Nr. 210) ginden. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und einem Schuß Rotwein und etwas saurer Sahne abschmecken.

Gutes Gelingen wünscht
Nictom

PS: Es gibt noch ein anderes altes Kochbuch, das hat ebenfalls eine O-Suppe in einer etwas abgewandelten Art. Würde ich auf Verlangen auch noch mal abtippen... Falls diese Suppe auch nicht dem Geschmack von vor 25 Jahren nachkommt ;-)

Perle hat gesagt…

Danke, danke, danke!
Ähm... Und ich habe Deins Tobi gestern nicht vergessen, ich habe nur nicht mehr an ihn gedacht (zu späterer Stunde). *hmpf*

An dieser Stelle Glückwunsch nachträglich! *schäm*

thecoyote hat gesagt…

*treuer Hundeblick*