2. September 2009

Babypuder

... oder unorthodoxe Pflegemaßnahmen.

Wer durch unsere Straße fährt und den Blick auf unser Wohnzimmerfenster richtet, fragt sich bestimmt manchmal, wie Frau Perle es schaffen kann, Ihr Fenster so lieblos ,mit nur einer Orchidee verziert,zu gestalten.

Nun, das liegt daran, dass dieser Platz zu meinem Leidwesen von unserer süßen Hundenase requiriert wurde und er immer - ganz Perserkatze - gemütlich auf der Fensterbank rumlungert, weil man von dort den besten (und ersten) Blick auf das Geschehen auf der Straße hat.


Wie auf dem Foto unschwer zu erkennen ist, hat unser Tibeter jede Menge Fell (das haben Tibet Terrier so an sich). Jede Menge Fell bedeutete in den letzten fünf Jahren (mein Gott, wie die Zeit vergeht.... *staun*) jede Menge Arbeit bei der Fellpflege.

Üblicherweise habe ich den armen Hund zwei- bis dreimal in der Woche mit Kamm und Bürste (und gelegentlich auch der Schere) auf den Pelz rücken müssen, was dieser natürlich gar nicht witzig fand, denn das Kämmen und Bürsten ziept und zerrt, weil er andernfalls immer ziemlich zügig gerade in dem Bereich, bei dem man bei Menschen von der Achsel spricht, sowas von verfilzt war, dass schon das Laufen an sich geziept haben muss.

Egal ob man den Hund vorher mit sündhaft teurem Shampoo oder vergleichsweise günstigem Shampoo (welches immer noch teurer ist als das, was wir benutzen ;-) ) gewaschen, gespült und frottiert hat, ob man das Fell trocken oder nass gebürstet hat, die Filzflecken waren hartnäckig und haben gezogen.
Nur gut, dass Tamo so eine Seele von Hund ist, der sich das alles immer gefallen lässt, auch wenn sein Frauchen (die Ungeduld in Person) schon längst die Nerven verloren hat.

Heraus kam aus dem ausgebürsteten Fell immer mindestens noch ein zweiter Hund, was mich zum Thema Filzen brachte, denn Wolle hatten wir immer genug. (Nebenberuflich ist unser Tibbi nicht nur Fensterbank-Katze, sondern auch noch Schaf *gg*)


Meine ersten Filzversuche mit unbearbeiteter Hundewolle könnt Ihr auf diesem Bild bewundern.
Nicht schön, aber mit Sicherheit selten.

Wie und warum ich dann auf die Idee gekommen bin, im Internet nach Entfilzungsmöglichkeiten zu suchen, weiß ich auch nicht mehr so genau. Jedenfalls bin ich irgendwann in den unendlichen Weiten des Netzes über einen Tipp gestolpert, den ich natürlich gleich ausprobieren musste.

"Babypuder" war die Lösung. So viele verschiedene Hundegroomer können nicht irren, deshalb musste "Ötte" zum Test antreten.
Und siehe da.... alles war gut.

Das Kämmen geht nun ratz-fatz, Filzplatten entstehen kaum noch, der Hund gibt gar keine gequälten Anzeichen von sich, während ich an ihm herumstriegele, sondern schnarcht dezent bei der Prozedur vor sich hin und überhaupt hat er seit über einer Woche gar keinen Kamm mehr nötig. (Das Puder benutzen wir jetzt seit 10 Wochen.)

Ja, was quäle ich mich ( und den Hund) denn da jahrelang, wo die Lösung doch so einfach ( und günstig ) ist??? Warum sagt einem das denn keiner???

Hund glücklich, Perle glücklich, alle glücklich, Haussegen hängt gerade. Jibbieh!


Dumm ist nur, dass ich zum Filzen fortan die schwarze Wolle wieder kaufen muss. *g*

Kommentare:

Frau Mahlzahn hat gesagt…

Hallo Blognachbarin und Namensvetterin. Durch Zufall gefunden und gleich unsere ähnlichen Vorstellungen von Innendesign erkannt, ;-).

Schöne Fotos zeigst Du hier im Blog, bin gespannt auf's Durchklicken!

So long,
Corinna

Nictom hat gesagt…

Und nun wird Tamo gepudert?
Dann wars das ja wirklich mit der schwarzen Wolle und du bekommst höchstens graue Wolle, was?

Freu mich, dass es dem Hundekind nicht mehr zwickt beim "schön machen".