30. August 2009

Ein ereignisreiches Wochenende, Teil 1

Nachdem der Mama-Hahn uns gestern so freundlich früh geweckt hatte, machte sich unsere kleine Splittergruppe auf den Weg nach Paderborn zur lang ersehnten Hochzeitsfeier unserer Freunde.
Trotz des guten Drahtes, den Paderborn nach oben haben sollte, und obwohl ich mir vorgestern die Finger am Bulli grün poliert hatte, meinte es der Wettergott nicht ganz so gut mit uns und so wurden wir bei Ankunft auf unserem Campingplatz am Lippesee von Hagel, Blitz und Regen empfangen.
Eigentlich muss das ja ein Bild für die Götter gewesen sein, wie wir - komplett in Schmese* und High-Heels - über den Campingplatz gewackelt sind, immer bemüht, jeder Pfütze auszuweichen, um ja keine Spritzer auf die Kleidung zu bekommen. (Die Schuhe haben wir noch hektisch vor der Kirche mit Zewa gereinigt. ;-) )


Zwischendurch lockerte die Wolkendecke aber doch soweit auf, dass man trockenen Fußes (und frisierten Haupthaares) schnell noch einmal auf die Paniktoilette und in die Kirche gelangen konnte.

Die Trauungszeremonie erinnert uns mehr als einmal an "Vier Hochzeiten und ein Todesfall", so dass wir häufig völlig unpassende Kicherattacken unterdrücken müssen. Nachdem aber doch alles gut gegangen ist, Braut und Bräutigam sich geküsst haben und die zuckersüßen Blumenjungs (!!!) eifrig Blumen streuen durften, erwarten uns vor der Kirche Sommer, Sonne und die Feuerwehr ... Neeee, war das schön... *seufz*

Man möchte ja glatt doch noch einmal heiraten. Überhaupt... Es wird viel zu wenig geheiratet. Wo soll man denn die ganze schöne Garderobe anziehen, die man sich immer für diese Anlässe zulegt? Also los... Traut Euch!

Der Hochzeitswagen wollte am gestrigen Tage wohl bei Pleiten, Pech und Pannen mitmachen, denn der hat passend zum Fototermin nach der Trauung erst einmal seinen Dienst eingestellt.
Davon ließen sich die tapferen Splittergruppler aber gar nicht beirren, es wurde kurzerhand der Blaumann gezückt, das Brautpaar in einem anderen Bulli zur Fotosession gefahren und alles wurde gut.

Weiter ging es also zur Feier im Waldhotel Nachtigall , wo wir schnell noch ein paar Vorbereitungen für die Feierlichkeiten treffen mussten. Jede Menge Spaß brachte vor allem das Vorbereiten der "guten Wünsche". Dazu mussten jede Menge Luftballons befüllt und an Postkarten geknotet werden. Ich finde ja, dass fortan 99 Luftballons, auf Helium - Dur gesungen, zum Pflichtprogramm jedes Alleinunterhalters auf Hochzeiten gehören sollte.
Leider durften an diesem Spaß aber nicht alle Gäste teilnehmen, da wir die Vorbereitungen heimlich still und (weniger ) leise in den Abstellkammer-Toiletten vornahmen. Ich möchte aber wetten, dass der eine oder andere Gast neugierig die Ohren gespitzt hat, als wir micky-mouse-like vor uns hingegrölt haben.

Lobend erwähnen muss ich übrigens zwischendurch einmal die so noch nicht erlebte - aber sofort für gut befundene - Buffetlösung des Brautpaares.
Normalerweise stürzen sich beim Buffet ja immer die völlig ausgehungerten Gäste ( also alle ;-) ) auf die Platten und raffen an sich, was sie zuerst und in Massen ergattern können.
Kostet heute ja nichts und man hat schließlich seinen Geschenkobulus abzufuttern.

Nein... Dieses Mal ging das total gesittet vonstatten, weil die Gäste tischweise vom Personal zum Buffet geführt wurden. Die Platten wurden beim Tischwechsel neu aufgefüllt und angerichtet und so hatte jeder die gleiche Auswahl wie sein Vorgänger. Der allgemeine Futterneid hatte gestern keine Chance.
Liebes Brautpaar, das war perfekt. Danke hierfür...

Nach dem Essen kam die große Stunde unserer 99 Luftballons.
Jedes Gastpaar schrieb seinen guten Wunsch an das Brautpaar auf die Rückseite der vorbereiteten Karten und gerade kurz vor Einsetzen der Nacht konnten wir unsere Wünsche gemeinsam auf die Reise schicken.

Deshalb an dieser Stelle:
Liebe Finder, solltet Ihr Postkarten an Luftballons mit für Euch sinnlosem Gekritzel auf der Rückseite finden, so schickt diese doch bitte an die bereits aufgeklebten Adressaten.


Als weiteres Highlight haben wir uns einfallen lassen, jeden Gast ein Quadrat eines Gesamtkunstwerkes malen zu lassen und ich war mehr als überrascht, wieviele Gäste sich vor der aufgebauten Staffelei getummelt haben, um mit viel bunter Farbe fröhlich vor sich hin zu kleckern. Es war göttlich....

Da wurde gemischt, gepinselt, gestrichen, geschubst, gemalt, verbessert und ganz, ganz viel gelacht. Nicht zu vergessen, dass alle Gäste Abendgarderobe trugen, auf der sich grüne, blaue oder braune Flecken nur bedingt gut gemacht hätten.
Ganz egal.... Hauptsache, man hatte Spaß an der Sache.


Das Endergebnis kann man nun rechts im Bild bewundern.

Sensationell...
Ich wusste doch immer, dass in jedem von uns ein Künstler steckt. Mehr oder weniger...*ggg*


Bei all der lustigen Feierei habe ich es dann allerdings total verschwitzt, mich für das versprochene Bild meiner neu erworbenen Abendkleidung in Pose zu werfen, darum kann ich Euch hier leider nur ein Bild in sitzender Position zeigen. Ich hoffe, der gute Wille zählt.




Morgen berichte ich dann von der Flugshow am Paderborner Flughafen, die wir besucht haben.

Nachsatz: Hüte! Nachdem ich mir jetzt noch einmal die gesamte Szene aus 4 Hochzeiten und ein Todesfall angesehen habe, fällt mir auf, dass Hüte tragen auch noch eine hübsche Angelegenheit wäre. Es wird heute überhaupt viel zu wenig Hut getragen. Dabei würde das die Frage nach der Frisur deutlich vereinfachen. :-D



(*piekfeine Kleidung - siehe auch Buttjersprache)

Kommentare:

thecoyote hat gesagt…

Ein Klassekleid. Welthübscheste Perle. :) Nach meinem erzkonservativen Paderborner Geschmack hätte ich eigentlich etwas dunkel-dezentes erwartet, wenn es um ein Kleid zur Abendgarderobe geht, aber Deine Wahl ist erfrischend sommerlich.

Perle hat gesagt…

Oh... Danke, danke!

Ich vergaß zu erwähnen, dass ich in der Kirche natürlich das immer passende, praktische, kleine Schwarze anhatte und mich natürlich auf dem Campingplatz vor Wechsel in die Nachtigall noch einmal umgezogen habe.
In der Kirche wollte ich dann doch nicht mehr auffallen als unbedingt nötig. (Was mir in der dritten Reihe von vorne allerdings dank diverser Kicheranfälle aber nicht so ganz gelungen ist. )
Schließlich muss man die Feste feiern wie sie fallen und die Kleider tragen, die man hat. :-D

thecoyote hat gesagt…

Zu Deinen kleinen Schwarzen kann ich Dich auch nur beglückwünschen. Ich hab ja eins davon schon getragen. ^^

Was Hüte betrifft, stimme ich Dir zu. Seit Pony und Fischi mir den Floh ins Ohr gesetzt haben, es in Amiland aber nicht klappen wollte, bin ich aber bestenfalls halbherzig auf der Suche.

Nictom hat gesagt…

Sehr schönes Kleid!
Was willst du da noch mit nem Hut?

Aber ich habe einen Hut, immerhin.
Kennt ihr aber ja vom FT 7 ;-)

LG
Nictom

Schnute hat gesagt…

Hüte sind, vor allem in Kombination mit einer Brille, vollständig überbewertet.
Das sieht dann eher aus wie Ilona Christen an Karneval. ;-)

Wir haben bei der kirchlichen Hochzeit von Freunden die Ringe kurz vor der entscheidenden Stelle noch schnell von hinten nach vorne durchreichen müssen (ca. 20 Reihen). Die Trauzeugin hatte sie in Verwahrung - in ihrem Rucksack am anderen Ende der Kirche ^^

Gruß
Ute

Perle hat gesagt…

@Schnute:Boah Ute, wäre das auf dieser Hochzeit passiert, wäre es mit meiner Contenance völlig aus gewesen... *gacker*
@Nictom: Den kenne ich sogar noch sehr gut, den Hut. Und damit ich nicht länger neidisch sein musste, habe ich mir in Bockhorn auf einem jährlichen großen Oldtimer-Treffen einen Panama-Hut gekauft. Den habe ich nun sogar tatsächlich häufiger auf als Inox befürchtet hat. Hah!
@Coyote: Das muss auch noch einmal wiederholt werden. Coyoten im kleinen Schwarzen sind immer ganz besonders bezaubernd. *fg*

Nictom hat gesagt…

Eine chaotische Hochzeit hatte ich vor etwa drei Jahren. Also nicht meine, sondern die einer Freundin.
Sandra und Dirk wollten heiraten.
Uns allen stellte sich die Frage: Wer von den beiden kommt wie lange zu spät?
Es wurden sogar Wetten abgeschlossen.
Womit aber keiner gerechnet hat, war folgende Situation: Beide waren pünktlich nur der Pastor lies 40Minuten auf sich warten!!!
Dieses machte er dann wieder in einem noch chaotischeren Gottesdienst wett, in dem er Dirk mit der hier anwesenden Sonja trauen wollte. Nur gab es weit und breit niemanden mit dem Namen Sonja und Sandra schaute nur Dirk an und fragte: Wer ist Sonja???
Erster Lacher der Kircheninsassen. (Bis auf den Pastor natürlich) Weiter ging es dann mit der Taufe von ihrem Sohnemann "Luis Maximilian" so der eigentliche Name. Der Pastor taufte den Kerl am Ende auf: Lu-Lukas Mi-Maximilian Luis".
Weiterhin eine Minute des Schweigens, bis Sandra sich nicht mehr halten konnte vor Lachen und den Namen dann richtig wiederholte.
Danach hatten Sandra und Dirk ein Lied ausgesucht und bei den Kirchenliedern eine Sängerin samt Organisten bestellt, die die Kirchenlieder laut singen sollten, wohingegen dann die Kircheninsassen fröhlich mitbrummen konnten, wenn sie denn wollten. Dieses letzte Lied wurde aber so sehr in Zeitlupe von der Dame gesungen, dass am Ende dem Pastor die Geduld ausging und dieser den Gesang vor der letzten Strophe unterbrach mit den Worten: Könnten wir bitte die letzte Strophe wenigstens richtig und entsprechend schneller singen?
Wieder ein Gegacker in der Kirche.
Also Perle wären wohl sämtliche Lachtränen hinfort geflossen. Mir jedenfalls ging es so.