18. August 2009

Der ÖPNV im Schulbetrieb

Alle Jahre wieder rege ich mich fürchterlich über die miserablen Zustände im öffentlichen Personennahverkehr für die Barkhauser Schüler unserer Stadt auf.

Es beginnt bereits damit, dass wir angeblich 0,2km zu nah an der Schule wohnen, weshalb die Kosten für ein Schülerticket natürlich nicht von der jeweiligen Schule übernommen werden.
Soweit, so gut. Irgendwo muss die Stadt ja eine Grenze ziehen, das ist sogar mir verständlich.
Betrachtet man den Schulweg unserer Kinder mit dem Autotacho, dem Fahrradtacho oder gar bei google-Maps, liegen wir zwar weit außerhalb dieser Grenze, aber sei es drum.
Der Schulweg führt nun also über die Kreuzung der B61 über die B482, was ich als Erwachsener schon grenzwertig finde, da ich bereits auf dem kleinen Brückenstück 5 Ampeln zu morgendlicher Rush-Hour zu überwinden habe, aber auch das ist laut Aussage der Schulen und Komune den jungen Menschen durchaus zuzumuten, schließlich haben das tausende anderer Schüler vor ihnen auch überlebt.

Als mitfühlsames Muttertier finde ich den Fuß- oder Radweg allerdings eher unzumutbar und habe ernsthaft in Erwägung gezogen, die zwei Monatsticket zu je 45,-€ für meine Kinder zu erwerben.
(Ersparnis ggü. dem Einzelticket, bzw. dem Viererticket [welches preislich nicht günstiger ist als vier einzelne Tickets] 7,-€/Monat, aber nur, wenn man wirklich täglich mit dem Bus fährt und keine Ferien oder Feiertage berücksichtigt - also in max. 3 Monaten im Jahr.)

Und nun kommt das eigentliche Ärgernis:
Für diese 90,-€ im Monat bietet die OWL V GmbH zwei morgendliche Fahrten, mit wahlweisen Abfahrten um 7.00 Uhr (Ankunft 35 Min. vor Unterrichtsbeginn) oder 7.40 Uhr (Ankunft 5 Minuten nach Unterrichtsbeginn) zum Schulzentrum (Realschule und Gymnasium) und direkte Abfahrten ab dem Schulzentrum sind vor 13.25 Uhr gar nicht vorgesehen. Bei Unterrichtsausfall (und der kommt aufgrund des Lehrermangels häufiger vor als man denkt)kann man dann schon länger auf einen Bus nach Hause warten.
Der Fahrplan sieht weitere Abfahrten dann nur noch um 14.15 Uhr und 15.05 Uhr vor. Danach fährt kein Bus mehr ab Schulzentrum, sondern nur noch ab Schalksburgpassage, wo zusätzlich noch die Umsteigerkinder der Gesamtschule auf einen Anschlussbus warten.

Sollte ein Kind dann tatsächlich mal den letzten Bus verpasst haben oder vom Fahrer nicht mitgenommen worden sein, weil der Bus schlicht und ergreifend überfüllt war, hat es Pech gehabt und kann zu Fuß nach Hause laufen. (Verkehrsstuation s.o.)

Wenn sich die Kinder dann für den Nachmittag im Badezentrum in Hausberge verabreden, was ja bei den momentanen Temperaturen das einzig Vernünftige ist, könnten sie theoretisch wieder ihr Monatsticket nutzen, da sich das Bad oberhalb des Schulzentrums befindet.
"Theoretisch" schreibe ich aber deshalb, weil der letzte Bus um ca. 16.00 Uhr ab Badezentrum in Richtung Barkhausen fährt. Möchte man doch tatsächlich länger im Bad verweilen, muss man ein Sammeltaxi anrufen, dass einen dann (und nur dann) wahlweise um 16.30, 17.30 oder 18.30 Uhr ab Badezentrum abholt und bis zum nächsten Umsteiger an der Schalksburgpassage bringt.
Da kann man dann als Kind doch lieber gleich das Mamataxi anrufen, das einen direkt nach Hause bringt, genau wie wir es jetzt auch wieder nach dem Unterricht handhaben, da wir uns nach einer Probezeit aus Unwirtschaftlichkeit gegen die Monatstickets entschieden haben, weil ich sowieso immer für mindestens ein Kind das Taxi spiele.

1 Kommentar:

thecoyote hat gesagt…

Bekloppte Fahrpläne, überfüllte Busse... es ist schön, dass es doch noch Konstanten im Leben gibt. :P