1. August 2006

Norwegen 2006

Am Samstag, den 24.06.06 ging es um kurz nach 9.00 Uhr in Porta Westfalica los…

Unsere Möppies hatten die Nacht über schon fertig gesattelt vor der Haustür auf uns gewartet.

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Unseren ersten Zwischenstopp legten wir zwecks Nahrungsaufnahme in Nienburg bei der totaaaaal netten Schlachterei Hüppe in Nienburg ein, wo wir gleich von drei Leuten bedient wurden. Außerdem musste in Nienburg noch der leckere originale Spargel für unser Abendessen bei Matten eingekauft werden.

Den nächsten Stopp haben wir in einem Vierjahreszeitenhotel kurz vor Hamburg eingenommen.

Ein wunderhübsches Hotel, wo der Biker an sich schon wie ein Exot erscheint und trotzdem mehr als nett bedient wird. Hier gab es einen sagenhaft leckeren Eisteller mit frischen Erdbeeren für freundliche 4,80€ pro Nase.
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Ein weiterer Stopp wurde noch beim Louis-Lager-Verkauf in Hamburg eingelegt, wo der 12er sich noch ein dunkles Visier zulegte (schlaue Entscheidung) und ich noch passige Gummischluppies und Latexhandschuhe gegen Regen erwarb.

Nach 220 gefahrenen Gesamtkilometern rollten wir dann trotz Irreführung durch Tomtom bei Matten auf den Hof.
Dort durften wir unsere erste Urlaubsnacht verbringen und wurden prächtigst von Matten und seinen Jungs belustigt.

Da Hamburg wohl doch kein kriminelles Pflaster ist, konnten wir sogar unsere Möpse voll bepackt unter Mattens Balkon stehen lassen, während wir köstlichen Nienburger Spargel und Schinken verschmatzten.

Der 12er hatte aus lauter Angst, in Norwegen kein Bier zu bekommen, Mattens kompletten Vorrat an original Astra Alsterwasser verschluckt.

Sonntag:

Bis elf Uhr haben wir dann bei schönstem Wetter jede Menge Benzin geredet, damit wir am nächsten Morgen schön um fünf Uhr die Küche bevölkern konnten.

Nach einer Tasse Kaffee und einem Brötchen hieß es Abschied nehmen und Kurs auf Kiel halten.

Bei Kilometer 320 erreichten wir um 9.30 Uhr Kiel und hatten somit die Pool- Position an der Fährschranke.

Um 12.30 Uhr ging es dann doch schon los. Wir durften immerhin direkt vor der Kronsprins Harald parken und im strahlenden Sonnenschein noch einmal 20 Minuten auf Einlass warten.

Endlich hieß es dann auch für uns: “Start your engine!“

Todesmutig hat sich die Perle die Steile Rampe zum Deck 4 hinauf gewagt. Oben wurde sie dann mit Standing Ovation von Inox und dem 12er erwartet.
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Ein Deck höher haben wir sofort unsere Kabine in Beschlag genommen, uns die Kleider vom Leib gerissen und geduscht.
So konnten wir nach Ablegen um 14.00 Uhr auf dem Sonnendeck die Reste der „Kieler Woche“ an uns vorbei ziehen lassen.
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Beim Erreichen der „vogelfreien“ Gewässer, leisteten wir uns immerhin drei Biere für den stolzen Preis von 15,80€, an denen wir in den 2 Stunden herum nuckelten und im Fahrtwind die Sonne genießen konnten.
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Abends hat der 12er zum leckeren Kapitäns-Buffet geladen, wo allerlei Köstlichkeiten vernascht wurden.

Montag:

Oslo empfing uns am Montag mit strahlendem Sonnenschein, als wir um 9.15 Uhr den Hafen erreichten.
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Perle wagte sich wieder todesmutig die Schräge auf der Fähre hinunter und ohne Zoll ging es weiter auf der E18 Richtung Westen.

Nach einem kleinen Frühstück in Drammen für 10,-€ pro Nase (1Krabbenbrötchen und eine A-Schorle) ging es auf der E134 zum Besuch der Stabkirche in Heddal
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und weiter bis Høydalsmo, wo wir auf die 45 wechselten, um nach unzähligen Serpentinen in Tokke bei Dale unser erstes Zeltlager aufzuschlagen.
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Lobend erwähnt werden muss der mitgeführte Wasserkanister von Louis, dessen Henkel so schlecht war, dass er sich ziemlich flott verabschiedete. Der Kanister fiel also mit Tempo 60 vom Möp und hat den Sturz überlebt, so dass dem Nudelmahl am Abend nichts im Weg stand.

Zum Abendessen gab es leckeren Rotwein. Der hielt uns aber nicht davon ab, die vom Platzwart angepriesenen Biber zu suchen und zu finden. Ein tolles Erlebnis!!!

Dienstag:

Nach dem Frühstück ging es munter weiter auf der 45 und der E13 Richtung Bergen, bis wir nach Durchquerung ungezählter finsterer Tunnel gegen 12.00 Uhr Låtefossen und seinen wunderschönen Wasserfall erreichten.
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Nach Odda wechselten wir auf eine anspruchsvolle „weiße“ Straße Richtung Løfallstrand, wo wir mit der Fähre übersetzten, um weiter auf der 48 und 552 in Richtung Os zu fahren.

Dort durften wir noch einmal Fähre fahren (114,- NOK für 3 Möps), um über die E39 nach Bergen zu gelangen, wir dann auf der 580 zum Campingplatz Bratland fuhren.

Alles in allem sind wir den ganzen Tag gefahren, (9 -19 Uhr)- von den Fährverbindungen

Mittwoch:

Der nächste Morgen begann mit einer unerfreulichen und kalten Münzdusche. Während die 35,- NOK in der Waschmaschine ein unbefriedigendes Waschergebnis abjubelte, mussten wir uns die Zähne direkt neben den 4-Zylindern putzen. (Damit sind die Toiletten gemeint )

Unser Frühstück nahmen wir ein, während der Trockner weitere 35,- NOK verschlang, um die Wäsche hinterher zwar warm aber immer noch nicht trocken wieder auszuwerfen. Hmpf!

Also wurde schnell die Wäsche in der Hütte auf mitgebrachte Leinen gehängt, bevor es ENDLICH per Bus nach Bergen ging.
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Bergen ist eine wunderschöne Stadt. Die Investition von 70,- NOK für die Seilbahn lohnt sich allemal, weil man mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt belohnt wird.
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Zum Abendessen haben Inox und ich auf dem Fischmarkt köstliche fangfrische Krabben gekauft, die zur Abwechslung und für norwegische Verhältnisse aus spuckebillig waren.
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Donnerstag:

Weil Inox und ich schon um 4.00 Uhr aus den Betten gefallen sind,
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konnten wir am Donnerstagmorgen schon um 7.30 Uhr in Bergen starten und sind auf der 580 in Richtung E16 gefahren. Weiter auf der E39 (mit einer kleiner Nebenstrecke bei Hangsdal) Richtung Ålesund bis Oppedal. Mit der Fähre ging es über den Sognefjord nach Lavik und weiter auf der E39, bis wir auf die 55 trafen, mit der wir dem Verlauf des Sognefjordes folgten. ( Das ist übrigens eine wunderschöne Strecke. Hach ja…)


Kurz hinter Balestrand schlugen wir unsere Zelte auf einem klitzekleinen und hübschen Campingplatz auf, an dem wir bis spät abends die einzigen Gäste waren.
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Wir sind jetzt bei Gesamtkilometern 1060.


Freitag:

Früh am Morgen sind wir eine wunderschöne Strecke mit vielen Serpentinen gefahren.

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Unterwegs trafen wir ständig auf freilaufende Schafe, die aber am Biker an sich völlig uninteressiert sind.

Gegen 15.00 Uhr habe ich dann einen Wegweiser in Richtung Brickdalsbree gefunden, wo es einen traumhaft schönen Gletscher zu begucken gab. Hach… Das war für mich eines der schönsten Momente auf der Reise. Hmja. Seht selbst.

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Gegen 17.00 Uhr schlugen wir unser Nachtlager dann in Stryn am Utfjord auf, wo wir die allerköstlichste Lammsalami und leckerstes Brot verschmatzten. In einen Supermarkt hat Inox noch den sagenumworbenen Gamalost – Käse entdeckt, den er auch gleich in der Light-Version für Touris mitgebracht hat. Eine echte Schmeckazie, wenn man karamellisierten Käse mag. Später haben wir dann die Originalversion getestet und ich muss Euch sagen, die schmeckt wie Ziege ganz hinten und noch dazu getrocknet. Ihh bah!

Samstag:

Nach einem Frühstück mit frischen Brøds sind wir mit einsetzendem Regen gestartet. Wir folgten der 15 in Richtung E39, auf der es dann weiter ging bis Ålesund, inkl. zweier Fährfahrten.

Da in Ålesund die Beschilderung leider bescheiden und die Fahrweise der Städter leider noch bescheidener war, sind wir unverrichteter Dinge wieder auf der E39 in Richtung Molde weiter gegurkt. Die Fährüberfahrt nach Mode war dafür aber wieder sehr hübsch.

Wetter gut, Sonne gut, alles gut.



HINTER Molde haben wir 3x die 64 ausgeschildert vorgefunden und er einzige richtige wegweisende Ort stand leider nicht auf der Karte, so dass Tomtom doch mal eine Hilfe war.

Schlussendlich haben wir in Malme auf der 64 unser Zeltlager aufgeschlagen. Die Zufahrt zum Campingplatz war wirklich grauenvoll, aber der Platz lag einen hübschen Fjord und war erstaunlich nett.

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Am Sonntag sind wir ohne Frühstück in Richtung Kristiansund über die RV64 – sprich die Atlantikstraße
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gestartet, was sich als großer Fehler erwies.

Nach ca. 50 km hatten wir schon die erste Fähre erreicht, wo wir aufgrund der Hitzeentwicklung beschlossen, mit der nächsten Fähre gleich weiter nach Trondheim zu fahren und auch Kristiansund liegen zu lassen. Leider stellte sich erst später heraus, dass die vermeintliche Fähre eine Linie der Hurtigrute ist und somit keine Schiffsfahrt für uns möglich war. So ging es weiter auf der E39 in Richtung Trondheim. (Immer noch hungrig…)

Gegen Mittag ereichten wir dann die nächste Fähre, auf der meine Laune ihren absoluten Tiefpunkt erreichte wegen des nagenden Hungers nach Nahrung und Kultur.

Also wurde sofort nach Anlegen ein köstlicher Hamburger eingenommen und es ging frisch gestärkt weiter und weiter und weiter auf der E39 bis Trondheim.

Abgestiegen sind wir dann beim Campingplatz Flakk (von dem ich bis heute nicht weiß, wie der zu Empfehlungen kommt, aber na ja…), direkt neben der Fähre.

Am Montag waren wir in Trondheim.

Tja. Wie soll ich sagen??? WIR fanden die Stadt eher enttäuschend. Bis auf den Dom und das Museum des Erzbischofs. Die beiden Dinge fand ich echt toll.
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O.K. Die Altstadt fand ich auch toll…
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Nebenbei muss noch bemerkt werden, dass das Essen in der Fischhalle in Trondheim günstig und lecker war. Der Besuch lohnt sich also.

Dienstag:

Da es die ganze Nacht geregnet hatte und uns die Minimücken fast aufgefressen hätten, sind wir bereits früh am Morgen aus Trondheim geflüchtet.

(Nochmal kurz zum Campingplatz: Ein ganzer Tag ohne Wasser und deswegen verschlossene Toiletten sind wirklich nicht witzig…)

Auf dem Weg zu den Trollstiegen sind wir auf die 65 ausgewichen, um nicht noch einmal durch den Tunnel zwischen der 70 und E39 (bei Kvitres) zu müssen, da in diesem Tunnel Salzwasser durchsickert, dass Inox´ Suzi zum Blühen brachte. (Diesen Tunnel sollte man dringend meiden, es sei denn, man fährt eine Rat-Bike )

Die garstigen Minimücken haben uns noch eine ganze Weile auf der 65 begleitet, bis wir mit der Fähre auf die 62 Richtung Molde übersetzten.

Dann ging es weiter bis auf der 660 und 64 Åndalsnes.

Hier fanden wir einen wunderschönen Campingplatz, wo gleich für 2 Nächte eine Hütte orderten und den Abend genossen.

Am Mittwoch sind die Jungs schön früh losgedüst und haben den Trollstieg allein genossen, während ich gefaulenzt habe.

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Donnerstag:

Wir sind früh gestartet, weil wir mit der anderen Gruppe am Vorabend verabredet hatten, sich zu treffen.

So sind wir also gemeinsam den Trollstieg rauf (Auch ich habe mich todesmutig in die Höhe geschraubt. Und das IST hoch…. HÜLFE! ) und auf der 63 bis ins Erdbeerland Valldal, um uns auch wegen des unglaublich warmen Wetters auf der 2,5-Std.-Fähre mit Sightseeing nach Geiranger fahren zu lassen.

Diese Tour für 220,- NOK pro Moped inkl. Nase ist auf jeden Fall empfehlenswert. Die Tour wird in vielen verschiedenen Sprachen geführt und war unheimlich schön. Wir haben unzählige verlassene Bergbauernhöfe gesehen und natürlich auch die wunderschönen Wasserfälle „Die sieben Schwestern“ und den ggü. Liegenden Freier UND die serpentinenreiche Adlerstraße, an deren Nase wir die andere Gruppe treffen sollten.

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So schraubten wir uns also die Serpentinen hoch, um oben angekommen festzustellen, dass die andere Nase gemeint war, nämlich Dalsnibba.

Dalsnibba befand sich allerdings auf dem gegenüber liegenden Berg.

Nach zweistündiger Verspätung haben sich unsere beiden Grupen dann aber endlich gefunden und durften nun einen superlustigen Abend mit unser aller Freund Jonny Walker verbringen.

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Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen und unsere Gruppe beschloss angesichts der Wolkentürme, langsam gen Oslo aufzubrechen.

Nach einer gemeinsamen Tasse Kaffee sind wir erst auf der 15 wieder ein Stück zurück gefahren, bis wir auf die 258 abbiegen konnten.

Auf dieser Straße gab es ein leckeres Frühstück in einem Skihotel, denn nun befanden wir uns in einem atemberaubend schönen Sommerskigebiet.

Nach einem unheimlich langen Schotterstück durchquerten wir das „Auenland“ (jedenfalls schien es uns so) und kamen bei Grotli wieder auf die 15, der wir bis Otta folgten, wir wir uns auf die E6 schlugen.

Die Straße ist bis Ringebu nicht so schlimm. Zumindest haben wir hier wieder einen hübschen Campingplatz gefunden, wo sich Inox todesmutig in die eisigen Fluten des Sees schmiss, um abzukühlen, denn mittlerweile hatten wir 30°C im Schatten.

Ab Lillehammer war die E6 dann wirklich grauenvoll langweilig, aber immerhin waren wir relativ flott in Oslo auf dem größten Campingplatz in ganz Norwegen mit einem Toilettenhäuschen, das eher einem Schiffsdiesel glich.

Frisch geduscht ging es nun mit dem Bus in die Stadt, um herauszufinden, ob und wann wir denn die nächste Fähre ergattern könnten.

Leider war die Colour Fantasy schon ausgebucht, so haben wir uns dann für den übernächsten Tag auf der Kronprins Harald eingebucht. Diesmal mit Blick nach Außen und so hatte ich noch einen Tag zum Sightseeing in dieser wunderschönen Stadt.

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Montagmittag ging es dann wieder gemächlich nach Hause, denn die Fähre hatte immer noch den Motorschaden, den sie schon bei der Abfahrt von Volkers Gruppe hatte.

Ich kann nur sagen:

Norwegen, wir kommen wieder!!!!

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1 Kommentar:

Inox hat gesagt…

Vielen Dank für den schönen Bericht und die Auffrischung dieser traumhaft schönen Reise.
Ja, wir werden wieder nach Norwegen fahren, mit dem Bulli und ganz bestimmt auch noch mal mit Motorrädern. Dieses Land hat einen Zauber, der dich nie mehr loslässt. (Vorsicht Suchtgefahr);)