18. Oktober 2012

Der Winter naht

.... weshalb ich einen neuen Pullover benötigte, der ein bißchen Farbe in die trüben Herbsttage bringt.

Inspiriert von einem Pulli aus dem Hause Boden habe ich mich an die aus dem letzten Skiurlaub mitgebrachte Wolle der Firma Moessmer erinnert und diese verstrickt.
Moessmer produziert unter anderem auch für Prada und Dolce&Gabbana, deshalb schien die Wolle für meine verwöhnte Haut genau das richtige zu sein, zumal die 1-kg-Kone reine Schurwolle lediglich 21,- EUR gekostet hat.
Daran konnte ich auf dem Christkindlmarkt in Bruneck einfach nicht vorbei gehen...



Während der unzähligen  Runden des Raglanpullovers wurde ich auf´s prächtigste  unterhalten von George R.R. Martins "Lied von Eis und Feuer" - eine Geschichte, die so unglaublich packend und spannend erzählt ist, dass die Zeit im Fluge zu vergehen scheint.
Das Buch hat echtes Suchpotential.


Anleitung: aus den Fingern gesogen, siehe Ravelry
Verbrauch Wolle: 500 gr
Nadelstärke: 3 und 3,5


3. Oktober 2012

In 4 Stunden um die Welt

Zu zwei unverhofften freien Tagen gekommen, sind der weltbeste Inox und ich am Sonntagnachmittag nach Bremerhaven gestartet, denn diese Stadt stand schon lange auf unserer Wunschliste.

TomTom führte uns diesmal ohne einen einzigen Verfahrer in Bremen zum Wohnmobilstandplatz direkt im Fischereihafen.
Den Fischereihafen kannte ich bis dato nur von den  Fischereihafen Rennen  mit den legendären Fischtown Open (Link öffnet Video).
Der weltbeste Inox aber kannte aus seinem früheren Leben außerdem auch noch die Schaufenster.


Da wir dort erst kurz vor Ladenschluss ankamen, konnte ich gerade noch einen köstlichen Münchhausen - Kaffee aus dem Kolonialwarenladen Fiedler erstehen, bevor wir uns auf Nahrungssuche unter der reichen Auswahl gemacht haben.
Pfiffigerweise hat der Mann an meiner Seite die Kaffeefachverkäuferin nach einer Empfehlung gefragt, ohne die wir den Bremer Ratskeller wahrscheinlich gar nicht aufgesucht hätten.

Dann wäre uns allerdings etwas entgangen. So bin ich aber in den Genuss eines köstlichen Fischvariationen-Tellers an tomatisiertem Mangold gekommen. Zu diesen Fischvariationen gehörte unter anderem ein Red Snapper, den ich z.B. noch gar nicht kannte und der sich als ziemlich spannendes Gaumenerlebnis entpuppte, weil er erst einmal nach (sorry, war so) Pups roch und dann leicht nach Esrom schmeckte. Höchst ungewöhnlich aber lecker...
Als nächstes,  sozusagen zum Neutralisieren und Zunge wieder an Fisch gewöhnen, gab es dann einen schlichten aber umso köstlicheren Kabeljau und zum Abschluss einen Steinbutt.
Zum Nachtisch verlangte es mich nur noch nach einem kleinen Espresso, der uns  trotz der immer noch frühen Abendstunde nicht vom Einschlafen abhalten konnte, nachdem wir den kleinen Fußmarsch zurück zum Bulli hinter uns hatten.

Irgendwie hätten wir es uns eigentlich aber auch schon vorher denken können, dass die Schiffe in einem Fischereihafen nicht erst ablegen, wenn die Hähne krähen.
So saßen der weltbeste Inox und ich mitten in der Nacht, geweckt von Flutlichtstrahlern eines ausfahrenden Fischkutters in "unserem Schlafzimmer", kerzengerade im Bett, als der Montag am sehr frühen Morgen begann.

Wir waren denn auch so früh wieder startklar, dass wir noch vor Geschäftsöffnung in den Havenwelten ankamen, die das eigentliche Ziel unserer Reise waren.



Nach einem ausgiebigen Frühstück im Strandcafe der Nordsee (das waren nämlich die ersten, die uns feste Nahrung verkaufen wollten) sind wir dann auf Weltreise im Klimahaus gegangen.
Die Idee und das Konzept des Klimahauses finde ich eigentlich ganz spannend.
Im Haus folgt man auf einem langen blauen Pfad oder dem kurzen roten Pfad dem 8. Längengrad und lernt im Laufe der nächsten Stunden die Schweiz, Sardinien, Niger, Kamerun, die Antarktis, Samoa, Alaska und die Hallig Langeneß mit all ihren klimatischen Bedingungen, Umweltkatastrophen und Zukunftsvisionen kennen.
Wie gesagt: Die Idee finde ich nach wie vor sehr gut, die Umsetzung leider nicht so gelungen, weil mir das Klimahaus alles im allen doch zu künstlich gemacht ist. Erwartet hatte ich so etwas in der Art vom Burger Zoo in Arnhem, wo man es geschafft hat, Lebensräume nachzubauen, die aufgrund Ihrer Pflanzenwahl, dem CO2-Ausstoß der Besucher und der entsprechenden "mitgebrachten" Luftfeuchtigkeit annähernd autark funktionieren.
Nicht erwartet hatte ich Klimahaus z.B.  ein überheitztes dunkles Labyrinth aus Kunstrasen mit Kunstpflanzen an den Seiten, in dem es nach schwitzendem Mensch und staugigem Plastik riecht, welches den Gang durch einen Regenwald bei Nacht darstellen sollte.
Bei der Antarktis hatte ich mir aufgrund der Erklärung auf der Website irgendwie auch mehr vorgestellt, als einen 20m langen Gang durch Eiswände rechts und links.
Unsere Enttäuschung liegt aber vielleicht auch daran, dass wir viele der Exponate und wissenschaftliche Modelle so und besser schon mehrfach im Universum Science Center gesehen haben.

Fazit: Wer das USC in Bremen oder das Phaeno in Wolfsburg noch nicht gesehen hat, der ist vielleicht doch vom Klimahaus in Bremerhaven begeistert.
Alle anderen sollten ihr Augenmerk auf das Deutsche Auswandererhaus legen, denn das ist wirklich einen Besuch wert und einmal etwas völlig neues.

Mehr im nächsten Teil...

25. September 2012

Wenn einer eine Reise tut

... dann will er auch was essen.

Nun mussten der weltbeste Inox, ein paar Kollegen und meine Wenigkeit vor kurzem eine lange Bahnreise ins schöne Wiesbaden antreten, die viele hungrige Stunden versprach.

Hungrige Perlen sind schier unerträglich, so dass ein Kuchen mit auf die Reise musste.

Superpraktisch direkt in Verpackung gebacken nach dem altbewährten Eierlikörkuchen-Rezept aus dem Hause Oetker - mit dem einzigen Unterschied, dass ich 7 anstelle von 5 Eiern verbacken habe, damit der Kühlschrank leer wurde.

Den Teig habe ich kurzerhand in eine bereits leergefutterte Keksdose von Feinkost Albrecht gegossen und nach dem Backen und Abkühlen den fertigen Kuchen nur noch in handliche Stücke geschnitten.



Schon waren wir reisefertig.

Wann ist die nächste Reise?

17. September 2012

Alles hat ein Ende

... unser Urlaub dann irgendwann leider auch.

Die letzten Tage haben wir aber noch einmal in fröhlicher Runde im kleinen, stillen Örtchen Otterndorf an der Nordsee verbracht.

Mit der Ruhe war es nach unserem Eintreffen allerdings ganz schnell vorbei, denn

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wir kamen nicht alleine


 
zum RTTS 2012.
 
Und die Veranstaltung hatte genau ein Motto:
 
 
 
 


 
 
 
Das Treffen an sich war wirklich schön.
Schade nur, dass der Veranstalter all die vielen Infos, die er jetzt nachträglich in seinem Gästebuch veröffentlicht, nicht schon auf dem kleinen Beipackzettel im Begrüßungstäschchen verteilt hat. 
Dadurch hätte er sich vielen Unmut seitens der Gäste erspart.
 
So ein Ausrichter hat schließlich immer einen schweren Stand, wenn er schon viele perfekt geplante Treffen vorgelegt hat und es dann einmal nicht so flutscht, wie gewohnt.
Schließlich ist die beste Organisation die, die man nicht bemerkt.
 
Bleibt nur zu hoffen, dass es noch viele weitere Treffen dieser Art gibt, denn Spaß macht es trotzdem immer ...

7. September 2012

I ♥ amsterdam

Die Jungs hatten sich doch tatsächlich eine Städtereise gewünscht.
Mit Amsterdam sollten sie sie bekommen.

Schon Monate vorher sollten sie sich schlau machen, was für sie vielleicht interessant sein könnte, in welche Museum sie ihre Chauffeure schleppen wollten und überhaupt:
Was tun in der Stadt der 1000 Möglichkeiten?

Es blieb allerdings beim alten: Der gemeinsame Urlaub kam wie immer völlig überraschend und unvorbereitet.
Nur gut, dass es inzwischen die moderne Technik und das tolle Handy-App namens Amsterdam-City-Guide gibt, so dass wir nicht ganz unvorbereitet losgefahren mussten.

Nach (tatsächlich) gründlichen Überlegungen, ob man mit dem Bulli mitten in Amsterdam übernachten sollte oder lieber außerhalb, hatten wir uns für
den Het Rietveen - Campingplatz in Landsmeer entschieden.


Der Campingplatz liegt nur 7 km von der Amsterdamer Stadtmitte entfernt, so dass man theoretisch auch mit dem Rad reinfahren könnte. Trotzdem ist es dort unglaublich ruhig, idyllisch und erholsam, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Platz überhaupt keinen Luxus bietet, außer der Tatsache, dass der geneigte Angler hier keinen Angelschein benötigt, was uns den einen oder anderen scheelen Blick einbrachte, weil wir auf der Anglers 1A-Lage unser Lager aufgeschlagen hatten.

Die nächste Besonderheit dieser Anlage ist die, dass man - egal zu welcher Uhrzeit - einfach auf den Platz fahren kann, sich einen Stellplatz aussucht und irgendwann im Laufe des Tages kommt eine nette alte Dame vorbei, die das Geld für den Platz kassiert.
Wunnebar ! Das Camper-Leben kann so einfach sein.

Die sanitären Anlagen waren steinalt aber pickobello sauber.
Ich habe mich morgens gekugelt, als der Platzwart - von oben bis unten in Gummizeug gekleidet - kurzerhand mit einer Gardena-Giftspritze jede Nasszelle einsprühte, das Desinfektionsmittel während seines Rundgangs einwirken ließ und danach mit einem Hochdruckreiniger alles von oben bis unten sauber kärcherte. Da saß nicht eine fiese Spinne in der Duschkabine oder auch nur der Hauch eines Netzes.
Hatte ich so noch nicht gesehen, fand ich aber unfassbar effektiv.
Der Platzwart fand das wohl ebenso, weshalb er sich nach diesem Prozedere immer gleich die erste Dusche des Tages vor Ort gönnte.

Apropos gönnen: Man kann dort solange superheiß  duschen, bis die Haut Wellen schlägt, denn das ist im Standplatz inklusive.
Ich hatte allerdings erst am zweiten Tag raus, wie ich meine Klamotten während des Duschens hinhängen musste, so dass sie von dem Kondenswasser, welches an den gefliesten Wänden durch die  Nebelschwaden, die ich während meiner Sauberkeitsorgie produzierte, herunterlief,  halbwegs verschont blieben.
  
Ins "Örtchen" sind wir täglich mit dem Linienbus mit einem Tagesticket für 10,- /Pers. gefahren.
Dafür hätte man aber den ganzen Tag und abends mit Beleuchtung hin- und herfahren können.
W-Lan gehört in den Bussen zum kostenlosen Service und wurde von uns auch fleissig genutzt.
Während der 15 Minuten bis zum Bahnhof habe ich mein Handy via App mit dem Tagesprogramm gefüttert und mir die entsprechenden Karten heruntergeladen. Superpraktisch.
Hätte man keine technische Belustigung dabei gehabt, hätte man auch in den kostenlos ausliegenden Tageszeitungen lesen können. Sehr netter Service.


De Waag

In Amsterdam kann man sich eigentlich nicht verlaufen. Anhand der ohnehin bekannten Sehenswürdigkeiten hangelt man sich einfach an einer Gracht weiter bis zu einem Punkt, an dem man sich auskennt. Zum Bahnhof findet man also immer.
Anders herum war es für uns schon eher ein Problem. Gewollt zu manchen Plätzen zu finden war nicht immer einfach. Zum Anne-Frank-Haus haben wir z.B. erst am dritten Tag gefunden und auch nur, weil die Schlange davor um den ganzen Block führte. Dorthinein haben wir es also nicht geschafft. Das steht auf unserem To-Do-Zettel für den nächsten Besuch außerhalb irgendwelcher Ferien.
Desgleichen mit dem Madame Tusseauds.





Weil am Tag unserer Ankunft sensationell schlechtes Wetter herrschte und wir uns auf ein Besichtigungsboot geflüchtet hatten, ist uns das neue Filmmuseum EYE ins Auge gestochen, so dass ich mit den Jungs die aktuelle Stanley Kubricks Ausstellung besucht habe.
Inoxe und Hunde mussten leider draußen bleiben.
Das Gebäude des Filmmuseums ist aber allein schon ein architektonischer Augenschmaus. Auch das Museum bekommt von mir das Prädikat empfehlenswert.



De Sluyswacht am Rembrandtsplain

Den Besuch des Rembrandthuis fand ich übrigens auch ganz beeindruckend.
Besonders empfiehlt sich hier die audioguided Tour.
Dazu bekommt man im Untergeschoss des Hauses eine Art Walkie-Talkie, dem man anhand der besuchten Zimmernummern und Bildnummern die Infos entlockt. Die meisten Besucher hatten also so einen schwarzen Kasten am Ohr und gingen in ihrem ganz eigenen Tempo alle Schaustücke im Gebäude ab. Hervorragend organisiert.


 

Ansonsten sind wir in dieser Stadt soviel gelaufen wie schon lange nicht mehr und natürlich wäre ein Besuch in Amsterdam nicht komplett ohne den Besuch des Rotlämpchenviertels.
Das Rotlichtviertel in Amsterdam ist einfach ein Riesenspaß und fühlt sich an wie 365-Tage-Stadtfest.
Es ist immer was los.
Auf den Straßen wird gefeiert, gelacht, geschäkert. Die Coffee-Shops haben die Fenster weit geöffnet, es weht der typische Amsterdamer Geruch durch die Straßen und wirklich jeder scheint gut drauf zu sein.



Den letzten Tag in Amsterdam haben wir im Vondelpark genossen. Der ist auch echt unglaublich.
Man kommt über die Einkaufsmeile der Leidsestraat und den Leidsensplain mit dem touristischen Trubel, dem Straßenbahngebimmel, den unzähligen Cafés in diesen Park und es herscht....

Ruhe
Unfassbare Stille inmitten dieser Großstadt.
So unglaublich leise, dass wir direkt ein kleines Mittagsschläfchen auf einer der Wiesen gehalten haben, bevor wir uns ein letzten Mal mit kleinen Köstlichkeiten im ehemaligen Filmmuseum im Park vollgeschlagen haben.
Als Vorgeschmack auf den nächsten Skiurlaub habe ich mir zur Feier des Tages sogar einen kleinen Aperol Spritz gegönnt.
Leider war auch dieser Urlaub irgendwann zuende und nur unser Öttchen war froh, dass er danach endlich etwas abhängen konnte.
Der arme Kerl hat sich in dieser Woche als tapferes Kerlchen gezeigt, musste er doch den ganzen Tag wach bleiben und laufen was die kleine Pfoten hergaben.

5. September 2012

Shoppen in seiner schlimmsten Form

Ich habe es überlebt. Zwar nur knapp, aber immerhin. Unzählige Male sind wir schon an diesem lockenden, Mode zu sensationell günstigen Preisen versprechenden Outlet-Center vorbeigefahren und haben der Versuchung bislang immer widerstanden.

Vor kurzem waren der weltbeste Inox und ich in Bremen verabredet und weil wir früh genug losgefahren sind, durfte ich noch einkehren ins vermeintliche Einkaufsparadies.

Da es sich um einen Samstag handelte, war an und für sich schon vorauszusehen, dass es voll werden würde. Wie voll es wurde, konnte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn gar nicht vorstellen.

Dabei weiß ich im Nachhinein immer noch nicht, was diese Massen dorthin treibt.

Ursprünglich war ich auf der Suche nach einer feinen schwarzen Buisinesshose für die nächste Messe, da dort schwarze Hosen und Poloshirts sozusagen verpflichtende Bekleidung sind.
Ich habe aufgrund meiner anscheinend völlig verfrickelten Figur und / oder der aktuellen Unmöglichkeit der Mode genau ein Modell für mich gefunden. Ansonsten... nada.

Das Grauen allerdings erfasste mich im Esprit-Outlet-Store. Diese Menschenmengen, die sich dort mit und ohne Einkaufswagen durchschoben...
Kindergeschrei.
Babygeheul.
Völlig entnervte und überforderte Männer, die versuchten, ihren Gefährtinnen das Erwünschte zu den 4 einzigen Kabinen zu schleppen und dort mit ihrem Leben vor anderen im Kaufrausch befindlichen Furien zu beschützen. Ich war fast gewillt Amnesty International von den Zuständen dort zu informieren.
Unglaublich, wie manche Leute völlig ohne Erziehung durch ihre Kindheit galoppiert sein müssen.
Weil mir der Trubel dann irgendwann nur noch zuviel war, befanden sich an der Espritkasse lediglich zwei Regenschirme in meiner Hand, denn inzwischen herrschte auch draußen Weltuntergangsstimmung.

Der Himmel ließ seine Fluten gen Erde strömen, weswegen ich mich in Home & Cook, den einzig leeren Laden, flüchtete.
Mein Schnellkochtopf hatte nach 15 Jahre die Flügel gestreckt. Ersatzteile habe ich in dieser unserer Stadt nicht mehr bekommen und somit war Platz für neues im Küchenschrank.
Ich habe dort also ein wirklich sinnvolles und inzwischen heißgeliebtes Teil erworben:
Meinen neuen Nutricook!

Ein fantastischer Schnellkochtopf mit technischem Schnick und Schnack, der innerhalb allerkürzester Zeit kocht, dünstet und sonstwie Essen zaubert. Und das Beste ist: der ist in noch kürzerer Zeit abgedampft. Sensationell und lecker.

Fazit des Wochenendes: Nie wieder Ochtum-Park, dafür öfter mal wieder einen Eintopf...

2. September 2012

Sommerpause beendet

In diesem Jahr waren wir - oh Überraschung - nicht in Dänemark, sondern haben einmal etwas neues ausprobiert ... die Ostsee.
Schuld daran war die allgemeine Wetterprognose, welche Sonne ausschließlich im Süden und Osten voraussagte und natürlich der ADAC-Reiseführer, den uns unser freundlicher Nachbar und jahrhundertelanges Mitglied des Clubs jedes Jahr zum Saisonstart in die Hand drückt.
Der weltbeste Inox jedenfalls war vor vielen langen Jahren schon einmal in Zingst in einem Regenbogencamp und so entschieden wir uns genau 4 Stunden vor Abfahrt für das Regenbogencamp Göhren auf Rügen.

Schon die Fahrt über die 2007 neu eröffnete Strelasundbrücke ist beeindruckend.
Wir fanden den Ausblick wohl derart beindruckend, dass wir uns, in Altefähr angekommen, komplett verfuhren und uns direkt wieder -husch- auf dem Rückweg ohne Umkehrmöglichkeit in Richtung Stralsund wiederfanden.
Also noch einmal hin und wieder rüber. Dabei kamen wir uns ein wenig vor wie Grobi aus der Sesamstraße beim Erklären von hier und da und drum herum



Endlich wieder auf der Insel waren wir gelinde erstaunt, als wir an einem kilometerlangen Stau von Abreisenden vorbeifuhren. Da wir mit dem kleinen Wohnklo unterwegs waren, hatten wir nämlich leichtsinnigerweise nichts vorgebucht. Die neue In-Insel ist doch eigentlich Usedom und liegt noch einige Kilometer weiter östlich?

Irgendwann früh morgens kamen wir jedenfalls trotz Navigationsverirrungen und -wirrungen an dem Campingplatz an und mussten eine Weile warten, bis die Rezeption öffnete.
Als sie dann öffnete, dauerte es auch nur eine kleine Dreiviertelstunde, bis wir endlich für genau eine Nacht einchecken durften. Ohne Vorbuchung kann man einen Urlaub auf Rügen im Regenbogencamp nämlich komplett knicken. Auf Monate im Voraus ist dieses 5-Sterne-Mega-Super-Duper-Luxus-Camp in der Hauptsaison ausgebucht. Schließlich ist der Platz wundervoll gelegen: direkt am Meer, unter Fichtenhainen, in den Dünen, unmittelbar am Bahnhof des Rasenden Rolands.



Diese kleine Schmalspurbahn ist wirklich hübsch nostalgisch.
Wer sich aber einmal den Fahrplan der Hauptsaison anschaut, erfährt, dass die kleine Bummelbahn bis tief in die laue Sommernacht zwischen Lauterbach Mole und Göhren hin- und herpendelt. Wenn man jetzt noch weiß, dass sich die kleinen Lokomotiven mit lautem Getute dem Bahnhof nähern, kann man sich ungefähr vorstellen, wie ruhig und erholsam dieses Familiencamp tatsächlich ist. Wobei Göhren an sich schon nett ist. Nur würde ich dort vielleicht nicht gerade auf diesem Campingplatz übernachten. Der Übernachtungspreis für 2 Personen in unserem klitzekleinen Wohnwagen in Höhe von 51,- EUR / Nacht ist aus meiner Sicht jedenfalls nicht auf einem Standplatz in der Kategorie A gerechtfertigt. Zu laut, zu wenig Komfort und die sanitären Anlagen sind aufgrund der hoffnungslosen Überfüllung kaum sauber gehalten.
Wir waren jedenfalls froh, dass wir nur eine Nacht dort bleiben "durften".

Unser Stellplatznachbar in Göhren wusste aber von einem kleinen Campingplatz weit oben im Norden zu berichten, auf den er viel lieber gefahren wäre, hätte sich seine Familie nicht für Göhren ausgesprochen.
Dort haben wir dann auch sofort angerufen und siehe da... die hatten noch Platz für uns.



Der Campingplatz Drewoldke in Altenkirchen hat uns so richtig gut gefallen. Nicht nur, dass man dort Stellplätze für jeden Geschmack anbietet, man stolpert auch quasi direkt aus dem Zelt ins Meer. Also tatsächliche 20 Meter an den *juchuh* hundefreundlichen Strand. Und das ganze für 126,- EUR für 4 Nächte in der Hauptsaison. Sensationell.
Außerdem hat dieser Platz seinen ganz eigenen, nostalgischen Charme, trotzdem aber blitzsaubere und neue Sanitäranlagen, was ja auch nicht immer ganz unwichtig ist.



Der Grund, warum man bei den Drewoldkes wohl immer noch ein freies Plätzchen bekommt ist der, dass es neben dem für Rügen typischen weißen Sand eben auch dicke Steinklunker am Strand gibt. Da wir aber nicht die typischen "2-Wochen-Brathähnchen-in-Sandpanade" sind, war uns das sowas von piepegal, das könnt Ihr Euch nicht vorstellen.
Wir waren einfach nur glücklich über jede Menge Ruhe, endlose Weiten und jede Menge Fisch.

Womit wir beim Kulinarischen wären (Coyoten legen jetzt bitte mal die Ohren an):
Es gab jeden Tag Fisch. Unglaublich leckeren, fangfrischen Fisch... Und das wirklich nur und ausschließlich durch einen kurzen unerwarteten Regenschauer an unserem ersten Tag.
Zu dem Zeitpunkt befanden wir uns mitten in Altenkirchen und suchten eigentlich nur einen Unterstand. Diesen fanden wir vor dem Angelladen in dem Ort und weil wir sowieso gerade dumm herum standen und ein Schild auf "Frischen Fisch" hinwies, habe ich kurzerhand einmal durch die geschlossene der beiden Eingangstüren gelinst, was widerum die Inhaberin auf den Plan rief, die sofort raus kam, um den weltbesten Inox zu fragen, was sie (also ich) denn da mache. Woraufhin ich antwortete, sie (also ich) beschaue die Auslage, weshalb wir (der Inox und ich) sofort in den Laden eingeladen wurden, um bessere Sicht auf das Tagesangebot zu bekommen.
Tja, was soll man sagen, in dem Lädchen roch es kein bißchen nach Fisch. Überhaupt gar nicht. Und das, obwohl die filetierten Stücke einfach nur so in Edelstahlschalen in einer Kühltheke herumlagen.
"Guuuuutes Zeichen", dachten wir, nahmen also je 2 Stück Zander und Butterfisch mit und trugen die Beute sofort, gekleidet in außerdem erworbenen Regenponchos, zurück zum Zeltplatz.
Die Fischfilet kamen umgehend auf die Grillplatte und waren ein Gedicht.
Boah! Sowas von lecker...
Das war soooo lecker, dass wir am nächsten Tag gleich wieder zu diesem Lädchen gestrampelt sind um Nachschub zu holen. Diesmal sollte es nur der Butterfisch sein.
Die nette Verkäuferin musste uns aber enttäuschen, sie hatte nur noch ein Stück Butterfisch und das war... "Es tut mir so leid, das Stück ist von gestern. Das kann ich Ihnen nur noch zum halben Preis verkaufen".
Hallo? Wenn die gute Dame wüsste, dass wir hier im Inland überhaupt nur Fisch vom Vortag als frischen Fisch kaufen können, dann hätte sie uns für das gute Stück bestimmt nicht den Preis erlassen. So haben wir uns gefreut und kurzerhand zusätzlich frischen Dorsch mitgenommen.


So ging das die ganze liebe Woche weiter.
Tagsüber haben wir am Kap Arkona, in Sellin und Binz ein wenig Sightseeing betrieben und abends haben wir uns hungrig über frischen Fisch hergemacht.

Einen ganz besonders schönen Tag haben wir dann auf der Schaabe verbracht.
Um an den Strand dort zu gelangen, muss man sich durch ein schmales Wäldchen schlagen und wird mit superweißem Sand und völlig entspannten Leuten belohnt.


Als Kinder des Westens kannten der Inox und ich Nacktbader nur von extra ausgewiesenen FKK-Zonen. Dort auf Rügen sind uns eigentlich an jedem Strand jede Art von Erholungssuchenden begegnet und zwar mit und ohne Textilien, hobbytreibend, schlafend, mit und ohne Hund. Irgendwie schien alles erlaubt und das ganze auch noch kurtaxenfrei. Unfassbar erholsam.





Weil wir den daheim gebliebenen Kindern aber eine bestimmte Stadtbesichtigung versprochen hatten, mussten wir nach einer Woche doch schon zurück nach hause, um uns zwei Tage später neu bepackt auf den Weg gen Westen zu machen.
Davon erzähle ich ein anderes mal....